Gemeinde enttäuscht über Entwicklung

Katharinen-Kathedrale bleibt doch Bischofskirche von Utrecht

Die spätgotische Katharinen-Kathedrale im niederländischen Utrecht bleibt nun doch Bischofskirche. Der Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk hatte die Arbeitsgruppe der Pfarrei gebeten, die geplante Schließung und Umwandlung in ein Museum nicht weiter zu verfolgen und die Suche nach einem neuen Bischofssitz einzustellen. Dieser Bitte sei man nachgekommen, teilte die Gemeinde am Samstag mit. Allerdings sei man über die Entwicklung enttäuscht, da die Pläne tragfähig gewesen wären.

In den Niederlanden gehören die meisten Bischofskirchen nicht den Diözesen, sondern den Pfarreien, auf deren Gebiet sie stehen. Diese Pfarreien haben auch die Baulast. Der Diözesanbischof und der Vatikan müssen der Verlegung zustimmen.

„Der Utrechter Katholizismus ist noch nicht reif fürs Museum“

Zu Jahresbeginn war mitgeteilt worden, der Kathedralsitz des Erzbistums Utrecht müsse womöglich aufgrund einer Fusion mehrerer Pfarreien verlegt werden. Die Gemeinde habe entschieden, dass die Katharinen-Kathedrale aus finanziellen Gründen geschlossen werde.

Im Internet hatte sich Widerstand gegen die geplante Schließung geregt. Katholiken starteten eine Petition zum Erhalt der Katharinen-Kathedrale für das Erzbistum Utrecht; darin hieß es: „Der Utrechter Katholizismus ist noch nicht reif fürs Museum.“

Kardinal: Unerhalt wird schwierig

Eine Arbeitsgruppe hatte nach einem neuen Beschofssitz (lat. „cathedra“) gesucht. So wurde etwa über die Augustinus-Kirche im Zentrum Utrechts oder die Aloysiuskirche am Stadtrand nachgedacht. Auch die Maria-Königin-Kirche im 65 Kilometer entfernten Apeldoorn stand zur Debatte.

Kardinal Eijk räumte laut der Mitteilung ein, dass es schwierig sei, den Unterhalt für die Kirchen angesichts sinkender Einnahmen aufzubringen. Es gelte, zusätzliche Mittel aufzubringen und die Vitalität der Gemeinde in der Innenstadt für die Zukunft zu erhalten.