EU legt Prioritäten für Zeit ab 2020 fest

Katholiken fordern mehr Umweltschutz in Agrarpolitik der EU

Eine Orientierung an Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und Beschäftigung fordert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) von der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Landwirtschaft sei nur zukunftsfähig, wenn sie ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich sei und ihrer Verantwortung gegenüber allen auf der Erde lebenden Menschen und Geschöpfen gerecht werde, erklärte die zuständige ZdK-Sprecherin und frühere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Derzeit beraten die EU-Landwirtschaftsminister über Kriterien für die GAP-Förderperiode ab 2020. Mit jährlich rund 60 Milliarden Euro bestimmt die EU-Agrarpolitik wesentlich, wie sich die Landwirtschaft in Europa entwickelt. Alle sieben Jahre wird die GAP reformiert.

Lob für Leistung der Landwirte

Das ZdK verwies auf ein großes Potenzial der Landwirtschaft für Klimaschutz und Biodiversität, das noch stärker genutzt werden müsse. Derzeit hingen die Fördermaßnahmen zu stark von der Größe der landwirtschaftlichen Fläche ab.

Das ZdK bescheinigte den Landwirten große Leistungen für die Gesellschaft. Die Förderung und der Erhalt lebenswerter ländlicher Räume müssten auch in Zukunft zentrale Ziele der GAP sein.

Verantwortung für den globalen Süden

Das ZdK unterstrich darüber hinaus eine große Verantwortung der europäischen Agrarpolitik für die Länder des globalen Südens. „Es darf nicht passieren, dass mit Mitteln der Entwicklungspolitik wiederaufgebaut werden muss, was durch die europäische Agrar- und Handelspolitik zuvor konterkariert wurde“, erklärte Hendricks.