Anzeige
Schutz des Lebens, Reformen in der Kirche, Gefahren für die Demokratie: Schon im Eröffnungsgottesdienst setzt der Katholikentag auf klare Botschaften.
Der Würzburger Bischof Franz Jung warnt davor, Religion für politische Zwecke zu missbrauchen. Beim Eröffnungsgottesdienst des Katholikentags mit dem Motto "Hab Mut, steh auf!" sagte er am Donnerstag: "Hab Mut, steh auf und wage den Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt, die sich in Allmachtsfantasien ergehen und diese auch noch religiös verbrämen." Gottes Reich gründe weder auf Gewalt noch auf Unterdrückung oder Einschüchterung.
"Seine Botschaft vom Gottesreich darf deshalb auch nicht missbraucht werden zur Rechtfertigung irdischer Herrschaftsansprüche", fügte Jung in seiner Predigt in Würzburg hinzu. "Denn überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet und richten noch heute Blutbäder an."
Bischof Jung fordert Schutz des Lebens von Anfang bis Ende
Der Bischof rief als Gastgeber des bis Sonntag dauernden Christentreffens dazu auf, die Würde aller Menschen als höchstes Gut zu verteidigen gegen zunehmende Angriffe von allen nur denkbaren Seiten. Kirche müsse dabei vor allem auf der Seite derer stehen, die sich selbst am wenigsten wehren könnten. Sie setze sich daher besonders ein "für den Schutz des ungeborenen Lebens, für die Würde der kranken Menschen, der Menschen mit Behinderung und der sterbenden Menschen".
Jung verwies darauf, dass die Kollekte des Gottesdienstes an den "Herzenswunsch-Krankenwagen" der Malteser geht: "Dieses Auto dient dazu, Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, einen letzten Wunsch zu erfüllen. So werden sie in ihrer Würde bestärkt. So wird ihnen auf ihrem letzten Weg noch einmal Lebensfreude geschenkt."