Erklärung der Katholikentagsleitung

Katholikentag bleibt bei AfD-Einladung – und grenzt sich scharf ab

Die Leitung des Katholikentags in Münster hält daran fest, den AfD-Kirchenpolitiker Volker Münz an einer Diskussion zu beteiligen. Zugleich grenzt sich die Leitung mit deutlichen Worten von den Rechtspopulisten ab. Das geht aus einer Erklärung hervor, die am Donnerstag verbreitet wurde.

Münz soll gemeinsam mit Religionspolitikern aller im Bundestag vertretenen Parteien über das Verhältnis von Staat und Gesellschaft zu Religionen und Kirchen diskutieren. Die Katholikentagsleitung erklärt, es sei „eine demokratische Notwendigkeit“, auf dem Podium „alle im Bundestag vertretenen Positionen“ zu berücksichtigen. So hatten die Veranstalter seit Monaten argumentiert.

„Streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten“

Zugleich heißt es in der Erklärung: „Zu unserem Bedauern stellt die AfD nun seit dem Wahltag eine große Fraktion im Bundestag.“ Und weiter: „Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen.“ Auch gelte es, mit den Menschen zu reden, die aus Frust und Protest AfD gewählt haben: „Zu dieser politischen Kultur will der Katholikentag seinen Beitrag leisten.“

Deutlich stellt die Katholikentagsleitung heraus: „Der Katholikentag in Münster stellt sich entschieden gegen jede Form von Vorurteilen und Hass, auch wenn sie sich als Sorge tarnen.“ Er stelle sich „gegen alle, die Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Herkunft diffamieren“. Er werde Position beziehen „gegen jede Verhöhnung demokratischer Politiker und Institutionen und die Verleumdung freier Medien“.

Vertreter von ZdK und Bistum Münster einig

Die Erklärung ist von allen Mitgliedern der Katholikentagsleitung unterzeichnet. Sie besteht je zur Hälfte aus Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) als Veranstalter und des Gastgeber-Bistums Münster. Das ZdK vertreten sein Präsident Thomas Sternberg, der Generalsekretär Stefan Vesper, der Geistliche Assistent Erzbischof Stefan Heße aus Hamburg, Sonja Billmann aus Aachen als Vertreterin der Diözesankomitees und -räte und Nadine Mersch. Sie arbeitet beim Bundesverband des Sozialdienstes katholischer Frauen und repräsentiert die Verbände im ZdK.

Das Bistum hat Bischof Felix Genn entsandt, Generalvikar Norbert Köster, Anne Hakenes als Vorsitzende des Trägervereins für der Katholikentag in Münster, Notburga Heveling als Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken und Münsters Stadtdechant Jörg Hagemann.