Fotostrecke: Diese Promis kommen zum Katholikentag

Katholikentag in Münster mit vielen neuen Formaten

Mehr als 1.000 Veranstaltungen, mehrere zehntausend Teilnehmer, zahlreiche Prominente, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und vermutlich Kanzlerin Angela Merkel: Davon wird der 101. Deutsche Katholikentag in Münster geprägt sein. Bei dem Treffen vom 9. bis 13. Mai soll es auch eine Reihe neuer Formate und besonderer Akzente geben, wie Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), bei der Vorstellung des Programms sagte.

Bischof Felix Genn vom gastgebenden Bistum Münster freut sich darauf, beim Katholikentag vielen Menschen begegnen zu können. Der Katholikentag sei vom Bistum „großartig aufgenommen worden“, sagte Genn vor Journalisten. Nach seiner Einschätzung wird es einen besonders familienfreundlichen Katholikentag in Münster geben. Zwischen 120 und 160 Erzieherinnen und Erzieher würden eine umfassende Betreuung für Kinder zwischen zwei und neun Jahren anbieten.

Leitwort „Suche Frieden“ bewusst vieldeutig

Genn und Sternberg zeigten sich überzeugt, dass vom Leitwort „Suche Frieden“ ein starkes Signal ausgehen werde. Das Motto sei „auch etwas für jeden Einzelnen“, sagte Genn. Sternberg erklärte, „Suche Frieden“, ein Zitat aus Psalm 34, sei bewusst nicht mit einem Rufzeichen geschrieben worden, sondern vieldeutig.

„Wir haben Anlass genug, das Friedensthema zu behandeln“, sagte Sternberg. Bei der Wahl des Leitworts habe die Jahreszahl 2018 den Weg gewiesen. Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg und 1918, vor hundert Jahren, habe der bis dahin grausamste Krieg der Geschichte, der Erste Weltkrieg, sein Ende gefunden. Allein 135 Veranstaltungstitel würden mit dem Wort Frieden beginnen.

Gesamtprogramm ab 12. März auf der Homepage

Der ZdK-Präsident kündigte an, das Gesamtprogramm werde vom 12. März an auf der Homepage des Katholikentags veröffentlicht. Ab dem 9. April kann nach seinen Angaben auch die Katholikentags-App genutzt werden. Am 24. März will das Katholikentagsbüro das gedruckte Programmbuch versenden.

Die Veranstaltungen mit Diskussionen sind nach den Worten Sternbergs in zwei große Themenbereiche gegliedert: Die Überschriften lauten „Gesellschaft und Politik“ und „Kirche, Theologie, Religionen“. Die Fülle der früheren Zentren werde diesmal thematisch in größeren Einheiten konzentriert. Darin seien die früheren Angebote für einzelne Zielgruppen wie Kinder, junge Menschen, Frauen, Männer, Familien und ältere Menschen zusammengefasst.

„Dauerzoff oder Grabesruh - Großraumpfarrei oder Kirche im Dorf?“

Im Mittelpunkt der Planungen stehen nach Sternbergs Worten die Themen von 32 großen Podien mit prominenten Teilnehmern. Dabei geht es unter anderem um Syrien und die Schwierigkeiten der Friedenspolitik, Migration, Integration und Einwanderung, die Chancen und Bedrohungen der Digitalisierung und Frieden durch soziale Gerechtigkeit.

Beim innerkirchlichen Dialog ist unter anderem geplant, über das Thema „Dauerzoff oder Grabesruh - Großraumpfarrei oder Kirche im Dorf?“ zu sprechen. Auch zur Frage, ob Religion Fluch oder Segen ist, werde es eine Veranstaltung geben, kündigte Sternberg an. Ebenso werde an den „Revolutionskatholikentag“ 1968 in Essen erinnert, der einen Umbruch innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland eingeleitet habe.

„Gespräch unter den Täuferkäfigen“

Sternberg erklärte, der Katholikentag in Münster werde auch eine Reihe neuer Formate und besonderer Akzente zeigen. Unter dem Stichwort „#Frieden - Off Church 2.0“ sollen Orte in der Stadt aufgesucht werden, die zur Auseinandersetzung und persönlichen Erfahrung von Frieden und Unfrieden einladen.

Geplant ist auch ein Konzert mit klassischer, traditionell arabischer und jüdischer Musik mit jüdischen und arabischen Israelis. 4.300 Sängerinnen und Sänger aus 138 kirchlichen Chören gestalten nach Auskunft von Sternberg ein Begegnungskonzert mit Werken von Schütz, Händel, Mendelssohn bis hin zur Musikgruppe Ruhama. Im „Gespräch unter den Täuferkäfigen“ gehe es in der Lambertikirche um die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Täufer in Münster.

Zahlreiche Prominente

Zu den prominenten Teilnehmern zählen nach Informationen von Sternberg unter anderem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU), die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Franz Müntefering (beide SPD), der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. Außerdem würden nahezu alle katholischen Bischöfe Deutschlands teilnehmen, ebenso zahlreiche evangelische Bischöfe und Theologen. Hinzu kämen Prominente aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien.

Nicht festlegen wollte sich Sternberg auf die Teilnehmerzahl. Erwartet würden einige zehntausend Gäste, sagte der ZdK-Präsident lediglich. Sicher sei aber, dass es in Münster keinen kleinen Katholikentag geben werde.