MEINUNG

Nach Würzburg: Warum es Ökumenische Kirchentage braucht

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Weniger Trennung, mehr verbindliche Zusammenarbeit: Ulrich Vollmer wirbt für Ökumenische Kirchentage – und nennt ein konkretes Datum.

Der Würzburger Katholikentag 2026 hat Menschen aus ganz Deutschland zusammengeführt. Es war für mich ein nachdenkliches und fröhliches Christentreffen mit mehr als 74.000 Teilnehmenden. Ein Programm mit zahlreichen Gottesdiensten, Debatten und Konzerten, in denen sich der Katholikentag aktuellen, gesellschaftspolitischen und kirchlichen Fragen stellte. 

„Hab Mut, steh auf!“ – so das Motto des Würzburger Katholikentages – ist für mich ein bleibender Auftrag. Aufstehen für unsere Demokratie. Aufstehen für die Würde und die Rechte eines jeden Menschen. Aufstehen für mehr Beteiligung, glaubwürdige Teilhabe und echte Synodalität in unserer Kirche. Über den Katholikentag hinaus engagieren sich Christinnen und Christen Tag für Tag in der Mitte der Gesellschaft und Kirche. Für mich gehören Glaube und der Einsatz für das praktische Zusammenleben von Menschen zusammen.

Wichtige Zeichen der Zusammenarbeit

Der Autor
Ulrich Vollmer – geboren 1957 – ist seit 2022 einer der beiden ehrenamtlichen Vorsitzenden des Diözesankomitees im Bistum Münster. Zuvor war er hauptamtlicher Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland in Köln. Er lebt in Rosendahl-Holtwick (Kreis Coesfeld).

Mehr Ökumene wagen! Als Christinnen und Christen gehören wir zusammen. Erfreulich ist, dass es inzwischen eine stärkere ökumenische Ausrichtung der Katholiken- und Kirchentage gibt. 

Dennoch, ich denke, es braucht Ökumenische Kirchentage! Sie sind wichtige Zeichen der ökumenischen Zusammenarbeit. Sie sind Orte, an denen Menschen für ein gemeinsames Engagement, für eine menschliche Gesellschaft und in ihrem Christsein bestärkt werden.

Viel Zuspruch für Ökumenische Kirchentage

Viel Zuspruch haben die Ökumenischen Kirchentage in Berlin 2003, München 2010 und zuletzt Frankfurt am Main 2021 erhalten. Auch angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Ressourcen braucht es eine konsequente Zusammenarbeit.

Hier sind das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutsche Evangelische Kirchentag gefordert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt großen Beifall in seiner Eröffnungsrede in Würzburg, als er den Teilnehmenden den Wunsch „Mehr Ökumene wagen!“ zurief. Er wird dabei an die Ökumenischen Kirchentage gedacht haben.

Vorfreude auf Düsseldorf und Paderborn

Der 104. Katholikentag in Würzburg ist Geschichte. Der Auftrag – entsprechend dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ – an uns Christinnen und Christen bleibt. Zugleich geht der Blick nach vorn. Bereits jetzt dürfen wir uns auf den Evangelischen Kirchentag 2027 in Düsseldorf und den Katholikentag 2028 in Paderborn freuen. Ich denke, ein Ökumenischer Kirchentag 2030 ist angesagt und wäre zugleich ein deutliches Signal: Mehr Ökumene wagen!

In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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