Gewinn übersteigt städtischen Zuschuss deutlich

Katholikentag: Stadt Leipzig nahm 7,5 Millionen Euro ein

Durch den 100. Deutschen Katholikentag im Mai hat die Stadt Leipzig rund 7,5 Millionen Euro eingenommen. Das geht aus einer vorläufigen Schätzung des Kulturdezernats hervor, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Die Einnahme übersteigt den städtischen Barzuschuss von einer Million Euro um ein Vielfaches. Der Zuschuss war im Stadtrat kontrovers debattiert worden – ähnlich wie in Münster die Förderung des Katholikentags 2018.

Beim Katholikentag 2016 gaben die rund 40.000 Besucher nach Schätzung des Leipziger Kulturdezernats netto 7,2 Millionen Euro aus. Davon flossen 3,5 Millionen Euro – etwa in Form zusätzlicher Steuereinnahmen – an die Kommune zurück. Weitere vier Millionen Euro erhielt sie durch Mieten, Gebühren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Katholikentag. Macht städtische Einnahmen von 7,5 Millionen Euro gegenüber einem Zuschuss von einer Million Euro.

In einer internen Beratung stellte das Kulturdezernat die Zahlen bereits Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor. Der Stadtrat befasst sich am 14. Dezember damit. Eine abschließende Auflistung der Geldflüsse ist laut Dezernat erst nach dem 30. November möglich. Bis dahin muss das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Katholikentags-Veranstalter die abschließenden Nachweise dem sächsischen Kultusministerium zur Prüfung vorlegen.

Auch Münster tat sich mit einem Zuschuss schwer

In Münster hatte der Stadtrat gegen einen Barzuschuss für den Katholikentag 2018 entschieden. Das ZdK hatte 1,5 Millionen Euro erbeten. Der Rat beschloss stattdessen, den Katholikentag 2018 mit Sachzuschüssen zu fördern.

Enthalten sind unter anderem die kostenfreie Nutzung der Halle Münsterland sowie städtischer Räume, ein Zuschuss für ein Nahverkehrs-Kombiticket sowie die Übernahme von Reinigungs- und Energiekosten von städtischen Schulen, die als Gemeinschaftsquartiere für Teilnehmer genutzt werden. Diese Leistungen haben nach Angaben der Stadtverwaltung einen Gegenwert von nicht ganz einer Million Euro.

Der Geschäftsführer des Katholikentags, Martin Stauch, äußerte die Hoffnung, dass die Leipziger Bilanz auch mit Blick auf den Katholikentag in Münster „als sachlicher Beitrag in der Debatte um die Kosten für die Kommune“ gehört werde.