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Mehr als 900 Programmpunkte sind angekündigt. Neben vielen geistlichen Angeboten stehen vor allem Demokratie und Synodalität im Mittelpunkt.
Der Katholikentag in Würzburg Mitte Mai setzt Schwerpunkte auf die Themen Demokratie und Synodalität. Gerade in diesen Zeiten sei das Einstehen für eine solidarische, gerechte und demokratisch organisierte Gesellschaft wichtig, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am Dienstag in Würzburg. Dort wurde das Programm mit etwa 900 Veranstaltungen vorgestellt. Der Katholikentag findet vom 13. bis 17. Mai 2026 unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ statt.
Rund 60 Gottesdienste, 300 Kulturveranstaltungen und mehr als 40 weitere Events erwarten Besucher. Daneben seien rund 150 Veranstaltungen im sogenannten Zentrum Bibel und Spiritualität geplant, sagte Andreas Kratel, Geschäftsführer der Katholikentagsleitung. Täglich gebe es einen Abendsegen unter freiem Himmel im Kerzenschein.
Die Kulturveranstaltungen deckten Musik, Literatur, Theater und Performance ab. Zu einem Konzert auf dem Residenzplatz kommt demnach unter anderem Bodo Wartke. Erstmals gebe es eine künstlerische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch in der Kirche.
Gäste aus Politik und Kirche
Zu den Gästen aus der Politik zählen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und mehrere Bundesministerinnen. Auch Abgeordnete aus dem Bundestag, dem Europaparlament und mehreren Landtagen kommen zum Katholikentag. Die AfD sei nicht zu den Podien eingeladen worden, erklärte Stetter-Karp. Katholiken, die die Partei wählen, sollten aber Gesprächsmöglichkeiten bekommen.
Besondere Schwerpunktthemen werden die Sozialraumorientierung und die Schöpfungsverantwortung sein: „Sozialraumorientiert zu handeln bedeutet, die Bedarfe der Menschen in der unmittelbaren Umgebung zu sehen und zu fragen, was Kirche zur Gesellschaft beitragen kann“, sagte der Würzburger Bischof Franz Jung. Zudem werden zwei Kardinäle an einer Podiumsdiskussion zur Synodalität in der Kirche teilnehmen: Kurienkardinal Mario Grech und László Német aus Serbien.
ZdK-Generalsekretär Marc Frings hob zwei Podien hervor, die erst in den vergangenen Tagen ins Programm aufgenommen worden seien. Eines davon stelle die Frage, warum kaum noch jemand über die Klimakrise spreche, das andere drehe sich um die Krise des Multilateralismus, also die Zusammenarbeit der Staaten.
Zudem würden noch rund 500 private Schlafplätze gesucht, auch wenn sich schon 1.500 Personen aus Würzburg und Umgebung bereit erklärt hätten, Gäste aufzunehmen. Auch freiwillige Helfer könnten sich noch bis 20. März melden. Frings dankte allen, die sich für den Katholikentag engagieren. „Ohne Ehrenamt gäbe es keinen Katholikentag“, sagte er.
Weitestgehend barrierefrei
Die beiden zentralen Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt und zum Abschluss werden auf dem Residenzplatz gefeiert und im Fernsehen übertragen. Die meisten Veranstaltungen sind in der Innenstadt geplant. Auf der „Kirchenmeile“ auf der anderen Mainseite werden rund 300 kirchliche und nicht-kirchliche Organisationen ihre Arbeit präsentieren. Dabei zeige sich die ganze Bandbreite des katholischen Spektrums, sagte Stetter-Karp.
Alle Veranstaltungen sind den Angaben zufolge weitestgehend barrierefrei zugänglich. Dazu gehören auch Verstaltungen mit Gebärdendolmetschern, ein Fahrdienst für Menschen mit Gehbehinderungen und Veranstaltungen in leichter Sprache.