16. Bundesverbandstag in Krefeld

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung wählt neue Doppelspitze

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hat wieder eine Doppelspitze. Beim 16. Bundesverbandstag in Krefeld wurde am Wochenende die bisherige Bundessekretärin der KAB Österreichs, Maria Etl, zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Seit dem Ausscheiden von Regina-Dolores Stieler-Hinz im Oktober 2015 war diese Stelle vakant. Als Bundesvorsitzender wurde Andreas Luttmer-Bensmann in seinem Amt bestätigt.

Etl und Luttmer-Bensmann betonten, sie wollten den katholischen Sozial- und Berufsverband mit bundesweit mehr als 100.000 Mitgliedern neu aufstellen und zukunftsfähig gestalten. Er solle ein klares Profil als Bildungsbewegung und Bewegung für soziale Gerechtigkeit erhalten und sich verstärkt für einen sozial gerechten Umbau der Gesellschaft einsetzen. „Wir müssen die Zukunft der Arbeit neu und menschenwürdig gestalten“, mahnte Etl. Dazu brauche es mehr Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit.

KAB befürchte Massenentlassungen

Beim Verbandstag wandte sich KAB auch gegen einen „fortschreitenden Kapitalismus“ als Gefahr für die Arbeitswelt. Luttmer-Bensmann kritisierte die Machtkonzentration von Kapitaleignern. Heute kontrollierten die 35 mächtigsten Unternehmen der Welt mehr als ein Drittel des Welthandels.

Die KAB befürchte Massenentlassungen, die Exklusion ganzer gesellschaftlicher Gruppen und eine weitere Spaltung der Gesellschaft, so Luttmer-Bensmann. Arbeitskraft „wird zur Ware und damit der Mensch selbst“. Politischen und wirtschaftlichen Bestrebungen, die Menschen hier und in der ganzen Welt gegeneinander auszuspielen, sei entgegenzutreten. Notwendig sei eine „solidarische Welt-Kultur“.

Neue Satzung: Schlankere Gremien und klar gegliederte Verantwortungen

Beim Verbandstag mit rund 180 Delegierten ging es auch um einen Leitantrag mit dem Titel „Arbeit.Macht.Sinn“, der unter anderem die „wirtschaftlichen Herrschaftsstrukturen“ thematisiert und sich gegen „ein weiteres Öffnen der Schere zwischen Arm und Reich“ stellt. Natürliche Ressourcen wie Grund, Bodenschätze und Wasser müssten vergesellschaftet werden. Außerdem ging es um Herausforderungen durch eine zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt. „Wir müssen Arbeit 4.0 menschenwürdig gestalten“, so der KAB-Vorsitzende.

Beschlossen wurde zudem eine neue Satzung, mit der die KAB ihre Kampagnenfähigkeit stärken will. Vorgesehen sind unter anderem schlankere Gremien und klar gegliederte Verantwortungen, um sich aktiv in politische, arbeitsweltliche und kirchliche Themen einzumischen, hieß es.