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Erstmals haben sich die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der G7-Länder gemeinsam an ihre Staatschefs gewandt.
Die katholischen Bischofskonferenzen der G7-Staaten haben sich erstmals mit einer gemeinsamen Erklärung an ihre Staats- und Regierungschefs gewandt. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag mitteilt, rufen die Bischöfe vor dem G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains dazu auf, Brücken zu bauen "für Frieden, Gerechtigkeit und die Menschenwürde".
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Münsters künftiger Bischof Heiner Wilmer, nennt die Stellungnahme ein "wichtiges Zeichen". Die Kirche solle damit deutlicher gehört werden und einen Beitrag zum Erhalt der Zivilgesellschaft leisten.
Wilmer: Weltweite humanitäre Wende
Wilmer betont: "Die Friedensethik der Kirche kann ein Schlüssel sein, um die politisch Verantwortlichen der G7-Staaten an die Fundamente der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Versöhnung zu erinnern." Er fordert: "Wir brauchen eine weltweite humanitäre Wende, die wieder den Menschen in den Fokus allen Handelns stellt."
Von den führenden Industrienationen verlangen die Bischöfe, das Völkerrecht zu stärken und eine faire Politik gegenüber ärmeren Ländern im globalen Süden zu verfolgen. Sie kritisieren Kürzungen bei der Entwicklungshilfe und fordern mehr Einsatz gegen Armut und Hunger.
Kirche bietet sich als Vermittlerin an
Weitere Anliegen sind internationale Regeln für Künstliche Intelligenz zum Schutz von Kindern, entschiedene Maßnahmen gegen den Klimawandel und für die Aufnahme von Flüchtenden. Auch der Kampf gegen Menschenhandel und Korruption wird angemahnt.
Die Kirche bietet sich in der Erklärung als Vermittlerin an: Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in den G7-Staaten wollen "die Fähigkeit unserer Kirchen zum Dialog, zur Vermittlung und zur Unterstützung der Schwächsten in den Dienst des Friedens und der internationalen Gemeinschaft stellen". Die G7-Staaten trügen besondere Verantwortung für das weltweite Gemeinwohl.
Die Unterzeichner
Unterzeichnet ist der Aufruf von Kardinal Jean-Marc Aveline (Erzbischof von Marseille), Kardinal Tarcisio Isao Kikuchi (Erzbischof von Tokio) und Kardinal Matteo Zuppi (Erzbischof von Bologna). Weitere Unterzeichner sind Erzbischof Paul Coakley (Oklahoma City), Erzbischof Richard Moth (London-Westminster), Bischof Pierre Goudreault (Sainte-Anne-de-la-Pocatière), Bischof John Keenan (Paisley) und Bischof Heiner Wilmer (künftig Münster). Unterstützt wird die Erklärung von Bischof Mariano Crociata, dem Präsidenten der EU-Bischofskonferenz COMECE.