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Bätzing ruft auf, Freiheit verantwortlich auszuüben

Katholische Bischöfe halten an Weihnachtsgottesdiensten fest

  • Die katholischen Bischöfe in Deutschland halten an öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten fest und drängen darauf, die Gotteshäuser an den Festtagen offen zu halten.
  • Zugleich appellieren sie an die Eigenverantwortung jedes Katholiken und ermuntern dazu, alternativ an digitalen Gottesdiensten teilzunehmen oder in den Familien Gottesdienste zu feiern.
  • Die Corona-Lage verlange von jedem - bei aller Freude über das Weihnachtsfest - „ein Verhalten, das auf einen Schutz der Gesundheit aller ausgerichtet ist“.
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Die katholischen Bischöfe in Deutschland halten an öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten fest und drängen darauf, die Gotteshäuser an den Festtagen offen zu halten. Zugleich appellieren sie an die Eigenverantwortung jedes Katholiken und ermuntern dazu, alternativ an digitalen Gottesdiensten teilzunehmen oder in den Familien Gottesdienste zu feiern.

„Weihnachten ist ein zentrales Glaubensfest der Kirche, das einmal im Jahr stattfindet. Es ist wichtig, dass die Gottesdienste an den Festtagen unter bestimmten Auflagen gefeiert werden können, damit Christen an diesem Tag ihren Gott verehren und auf diese Weise Trost und Hoffnung erfahren können“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Donnerstag in Bonn. „Die Kirche muss gerade an diesen besonderen Tagen bei ihren Gläubigen sein und ihnen Räume der Gottesbegegnung und des gemeinsamen Gebetes bieten, soweit dies möglich ist auch vor Ort in einem Gottesdienst mit der Feier der Eucharistie.“

Bätzing: Ein Äußerstes an Vorsicht praktizieren

Zugleich verwies Bätzing auf die „extrem angespannte Corona-Lage“. Sie verlange von jedem - bei aller Freude über das Weihnachtsfest - „ein Verhalten, das auf einen Schutz der Gesundheit aller ausgerichtet ist“. Je nach regionaler Lage und beim Übersteigen bestimmter Inzidenzwerte könnte es nötig werden, die Gottesdienstplanung zu ändern. Angesichts des Lockdowns müssten die umfangreichen Hygiene- und Schutzkonzepte umgesetzt werden. „Es kann nur eine begrenzte Zahl an Gläubigen an den Weihnachtsgottesdiensten in der jeweiligen Kirche beziehungsweise im Freien teilnehmen.“

„Die Kirche weiß, dass es ein hohes Gut ist, den Glauben auch in diesen schwierigen Zeiten frei praktizieren und zum Gottesdienst gehen zu können“, betonte der Bischof. „Sie will ein Äußerstes an Vorsicht praktizieren, um diese Freiheit verantwortlich auszuüben. Das ist sie auch den Vielen schuldig, die nicht religiös gebunden sind und deren Gesundheit auch nicht gefährdet werden darf.“

Kirchen sollen geöffnet bleiben

Bätzing verwies auf zahlreiche digitale Gottesdienstangebote der Bistümer und Pfarrgemeinden sowie auf die von den öffentlich-rechtlichen Sendern an jedem Festtag übertragenen Gottesdienste. Darüber hinaus hatten die Kirchen eine gemeinsame ökumenische Weihnachtsaktion gottbeieuch.de ins Leben gerufen, zu der auch Vorlagen für Gebete und Lieder für einen Hausgottesdienst gehörten.

„Die Kirchen bleiben über die Weihnachtszeit soweit möglich geöffnet, um Menschen die Gelegenheit zu geben, die oftmals prächtigen Krippen zu besichtigen und ihre Anliegen im stillen Gebet vor Gott vorzutragen“, betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Auch seien vielerorts Seelsorger, soziale Dienste der Caritas und der Gemeinden im Einsatz, um den Menschen nahe zu sein, insbesondere in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Bätzing wirbt um Spenden für Adveniat und Sternsinger

Die Bischöfe appellierten erneut an die Katholiken, zu Weihnachten die Situation der Menschen im globalen Süden im Blick zu behalten und für das Lateinamerikahilfswerk Adveniat und die Sternsinger-Aktion zu spenden, auch wenn eine Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten nicht möglich sei und die Sternsinger nicht an der Haustür schellen dürften.

Vatikan: Priester können Weihnachten vier Messen pro Tag feiern

Unterdessen gestattet der Vatikan Priestern weltweit, in dieser Zeit bis zu vier Messen täglich zu feiern, um die Teilnehmerzahlen bei Weihnachtsgottesdiensten zu entzerren. Normalerweise sollen Priester pro Tag nicht mehr als zwei, an Sonn- und Feiertagen nicht mehr als drei Messen feiern. In einem Dekret der Gottesdienstkongregation, das die Vatikanbehörde am Mittwochabend auf ihrer Internetseite veröffentlichte, erhält der jeweilige Ortsbischof die Möglichkeit, dies in seiner Diözese entsprechend zu regeln.

Ausdrücklich nennt das von Kardinal Robert Sarah und Sekretär Arthur Roche unterzeichnete und lateinisch verfasste Dekret den ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, den 1. Januar als Fest der Gottesmutter Maria sowie das Fest Erscheinung des Herrn (Dreikönige am 6. Januar). Die Kongregation stellt es den Priestern in ihrer jeweiligen Diözese frei, an diesen Tagen bis zu viermal zu zelebrieren, „jedes Mal, wenn sie das für das Wohl der Gläubigen für nötig erachten“.

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