Genn: KatHO setzt Gebot der Nächstenliebe mit Fachwissen um

Katholische Hochschule in Münster feiert 100-Jahr-Jubiläum

Die Abteilung Münster der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) hat ihr 100-Jahr-Jubiläum gefeiert. „Es ist etwas unvorstellbar Großes, was hier aus dem Geist des Evangeliums gewachsen ist“, sagte Bischof Felix bei einem Festgottesdienst am Freitag in Münster.

Die KatHO NRW Münster mit den Studiengängen Soziale Arbeit, Heilpädagogik und Pflege sei aus dem Hören auf die Bedrängnisse der Menschen entstanden, so der Bischof. Auch in Zukunft müsse die Hochschule wachsam und aufmerksam für die Notleidenden sein und das Gebot der Nächstenliebe mit Fachwissen umsetzen.

Schulze: KatHO ist Bereicherung für Nordrhein-Westfalen

Beim anschließenden Festakt unterstrich Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD), die KatHO in Münster sei eine der ältesten deutschen Schulen für soziale Arbeit und eine „enorme Bereicherung für Nordrhein-Westfalen“. Besonders bemerkenswert nannte sie ein neues Projekt zur sozialen Teilhabe von Behinderten. „Wir sollten noch mehr darüber nachdenken, welche sozialen Innovationen es gibt“, so Schulze. Zugleich versprach sie eine weitere Stärkung der Fachhochschulen.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) bezeichnete die KatHo in Münster als „hochinnovativen Ort lebenslangen Lernens“, der über internationale Kooperationen verfüge sowie den Hochschul- und Wissenstransfer gewährleiste. Vor allem durch die Präventionsarbeit der Hochschule, durch die Menschen erst gar nicht in eine soziale Schieflage gerieten, werde die Stadt finanziell erheblich entlastet, sagte Lewe.

Nach Worten des Dekans der KatHO NRW Münster, Martin Klein, versucht die Hochschule, den Studenten berufliche Kompetenz wie auch Menschlichkeit zu vermitteln. Kanzler Bernward Robrecht ergänzte, die Hochschule sei ein „werteorientierter Denkort mit katholischem Profil“.

Seit 1967 sind Männer zum Studium zugelassen

Die Einrichtung in Münster wurde 1917 als „Kreisfürsorgerinnenschule“ gegründet. Ein Jahr später wurde sie als „Wohlfahrtsschule Münster“ anerkannt. Nach Inkrafttreten einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung wurde 1959 der Titel „Höhere Fachschule“ eingeführt. Seit 1967 sind Männer zum Studium zugelassen. 1971 wurde die „Westfälische Wohlfahrtsschule Münster“ zu einer von vier Abteilungen der „Katholischen Fachschule NRW“, die weitere Standorte in Aachen, Köln und Paderborn hat. 2008 folgte die Umbenennung in „Katholische Hochschule NRW“.

Derzeit sind in Münster über 1.100 Studierende in den Studiengängen Soziale Arbeit, Heilpädagogik und Pflege sowie in den Weiterbildungsstudiengängen Sozialmanagement und Supervision eingeschrieben. Zum Jubiläum ist eine Festschrift mit dem Titel „100 Jahre Qualifizierung für soziale Berufe in Münster 1917 bis 2017“ erschienen.