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Warum der Limburger Bischof Frauen für unverzichtbar hält – und wie viel Arbeit der Vorsitz der Bischofskonferenz mit sich bringt.
Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat Frauen als existenziell bedeutend für die katholische Kirche bezeichnet. "Wenn wir die Frauen verlieren, ist die Kirche am Ende", sagt er im Interview des Portals mittelhessen.de.
Er führt aus, weil Frauen die Kirche und das religiöse Leben schon immer "ganz entscheidend" prägten, setze er sich dafür ein, "dass Frauen alle Möglichkeiten bekommen, an Gestaltung, Beratung und Leitung teilzuhaben". Im Bistum Limburg seien wichtige Schritte unternommen worden. "So gibt es mittlerweile eine Frau in einer Funktion, die der des Generalvikars entspricht", sagt Bätzing. Der Generalvikar ist in der katholischen Kirche Stellvertreter des Bischofs und leitet die Verwaltung in dessen Auftrag.
Bätzing warnt vor finanziellen Engpässen
Auch in anderen Leitungsbereichen trügen Frauen Verantwortung. "Das verändert uns und bereichert uns", betont der Bischof: "Solange die sakramentale Weihe für Frauen nicht möglich ist, sollten wir diese Möglichkeiten konsequent weiterentwickeln."
Der Bischof warnt vor finanziellen Engpässen, denen die Kirche aktuell begegne: "Durch die Austritte müssen wir damit rechnen, in den kommenden zehn Jahren etwa ein Drittel weniger Einnahmen zu haben. Das bedeutet erhebliche Einschnitte und zwingt uns zu schwierigen Entscheidungen."
Was, wenn die eigene Heimatkirche geschlossen wird?
Wenn Kirchen aufgegeben werden müssten, gehe ihm das persönlich nahe: "Ich habe mich selbst gefragt, wie ich reagieren würde, wenn meine Heimatkirche geschlossen werden müsste – ich wäre todtraurig", sagt Bätzing. Doch viele Gebäude seien für viel mehr Menschen zugeschnitten, als heute am kirchlichen Leben teilnähmen.
Das Bistum unterstütze Pfarreien bei der Analyse: "Welche Räume brauchen wir künftig, welche werden wir mit Leben füllen, welche können wir mit unseren Mitteln erhalten?" Bätzing wünscht sich, dass "mehr Lösungen über den eigenen Tellerrand hinaus" entwickelt werden, gemeinsam mit evangelischen Gemeinden oder Kommunen. Es gebe bereits gute Beispiele, in denen Gebäude gemeinsam genutzt würden.
Der Aufwand für die Bischofskonferenz
Der Limburger Bischof war sechs Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er sagt, ohne dieses Amt spüre er "eine gewisse Entspannung".
Der Vorsitz sei zeitlich eine enorme Belastung: "Wenn ich einen Vergleich ziehen soll, dann würde ich den Vorsitz der Bischofskonferenz mit der Verantwortung für ein weiteres Bistum vergleichen: jeden Tag zahlreiche Vorgänge, Termine, Absprachen." Das habe ihm viel Freude gemacht, aber nun spüre er doch deutlich die Erleichterung.