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Ist das Gespräch mit dem Islam ein Zeitgeist-Phänomen, relativiert es den Glauben? Der zuständige Bischof sortiert ein.
Bischof Bertram Meier verteidigt den Dialog der Kirche mit dem Islam und weist den Vorwurf zurück, sie leiste einer "Islamisierung Deutschlands" Vorschub. "Das Gespräch mit anderen Religionen wie dem Islam ist keine Verbeugung vor dem Zeitgeist und keine Relativierung des christlichen Glaubens, sondern gehört zu ihm", sagte Meier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Die Kirche dürfe sich nicht von islamfeindlichen Strömungen instrumentalisieren lassen. Das Zweite Vatikanische Konzil habe ihr das Zugehen auf die anderen Religionen "ins Stammbuch geschrieben".
Meier: Die Muslime stärken, die unsere Werte teilen
Meier, Bischof von Augsburg und Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich am Rand ihres Jahresempfangs für Akteure im christlich-muslimischen Dialog in Frankfurt. Er warnte vor überzogenen Ängsten gegenüber dem Islam.
Auch dieser stehe vor den Herausforderungen einer wachsenden Säkularisierung. "Vor diesem Hintergrund geht es weniger darum, dass wir Angst vor dem Islam haben müssen, sondern dass wir die Muslime stärken, die unsere Grundwerte teilen, zum Grundgesetz stehen, die Menschenwürde und die Menschenrechte verteidigen und zur Religionsfreiheit stehen", so der Bischof.
Meier sieht es wie Peter Scholl-Latour
Er selbst halte es mit dem Ausspruch des 2014 gestorbenen Islam-Kenners und Journalisten Peter Scholl-Latour, er habe weniger Angst vor der Stärke des Islams als vor der Schwäche des Christentums. Gleichwohl brauche es sinnvolle Ordnungen "für die große Herausforderung der Migration und Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern", betonte Meier. Diese müssten aber auf dem Grundsatz der Würde jedes Menschen gründen.