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Pfarreien sollen die Kita-Trägerschaft an große Gesellschaften abgeben. Der Rahmen dafür verändert sich, der Prozess dauert länger als gedacht.
Das Bistum Münster gründet zum 1. August 2026 eine Holding für die katholischen Kindertageseinrichtungen im nordrhein-westfälischen Bistumsteil. Sie wird Dachorganisation für die drei regionalen gGmbHs, die die Trägerschaft der 664 Kitas übernehmen sollen und selbst bis zum 30. September entstehen, meldet die Bischöfliche Pressestelle.
Laut Angaben sollen die neuen Strukturen Ehrenamtliche in den Kita-Ausschüssen der Kirchenvorstände entlasten und Synergien schaffen. Das Bistum reagiere zudem darauf, dass das Kinderbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen „strukturell unterfinanziert“ sei, so die Mitteilung.
Antonius Hamers: Kitas erhalten und profilieren
Aktuell arbeiten in den katholischen Kindergärten im NRW-Teil des Bistums laut Angaben rund 9.500 Erzieherinnen und Erzieher. Sie betreuen etwa 45.000 Kinder. Das Bistum unterstützt dieses Engagement jährlich mit rund 40 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Hinzu kommen Verwaltungsdienstleistungen.
Diözesan-Administrator Antonius Hamers sagt laut Mitteilung, schon die Entscheidung zur Gründung der drei Träger-gGmbHs sei darin motiviert gewesen, „möglichst viele katholische Kindertageseinrichtungen in unserem Bistum als Lebensorte des Glaubens zu erhalten und weiter zu profilieren“. Die Einrichtungen machten jeden Tag „für die Kinder, ihre Eltern und andere Bezugspersonen konkret erfahrbar, was eine Lebensführung im Sinne des christlichen Menschen- und Werteverständnisses bedeutet“.
Was die neue Bistums-Holding leisten soll
Die neue Dachorganisation solle helfen, „dafür Standards festzulegen und die Qualitätssicherung für die pastorale Ausrichtung der gGmbHs und der Tageseinrichtungen“ zu steuern. Der Übergangsleiter des Bistums betont zugleich, die Pfarreien „werden und sollen weiterhin eine enge Bindung zu den Tageseinrichtungen als wichtige Räume der Seelsorge“ haben.
Die Holding solle insbesondere Aufgaben übernehmen, die bisher in verschiedenen Bereichen im Generalvikariat liegen. Welche das sind, werde in den kommenden Monaten entschieden. Jutta Loke und Günter Eilers, die als externe Berater das Veränderungsprogramm im Bistum Münster leiten, werden zitiert, die Steuerung in allen Feldern – „inhaltlich-pastoral wie finanziell“ – sei unter einem Dach einfacher.
Der neue Zeitplan
Die drei Kita-gGmbHs haben inzwischen Namen erhalten: Die „Willibrord Kitas“ fassen die Einrichtungen am Niederrhein zusammen, die „Liudger Kitas“ jene im Westmünsterland, die „Ida Kitas“ jene im östlichen Münsterland.
Zugleich teilt die Bischöfliche Pressestelle mit, der Trägerwechsel von den Pfarreien zu den neuen Gesellschaften werde länger dauern. Er werde in mehreren Etappen ab dem 1. August 2027 erfolgen und spätestens zum 1. August 2029 abgeschlossen sein. Der ursprüngliche Zeitplan habe sich „als zu ambitioniert herausgestellt“.