Katholischer Frauenbund in Münster blickt auf Synodalen Weg

KDFB-Vizepräsidentin Mock kritisiert kirchliche Sexualmoral

Bei einem Clubabends in Münster hat sich der Diözesanverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) mit dem Synodalen Weg beschäftigt. KDFB-Vizepräsidentin Birgit Mock sprach über Erfolgsaussichten und Hürden des Reformprozesses. „Der Synodale Weg ist die letzte Chance für unsere Kirche“, sagte Mock bei der Veranstaltung am Mittwochabend. Es sei aber auch eine riesige Chance. „Wenn wir keine Verheutigung kirchlicher Sexualmoral hinbekommen, können wir in Deutschland einpacken.“

Mock ist auch familienpolitische Sprecherin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Sie hat mit Bischof Georg Bätzing aus Limburg das Vorforum „Sexualmoral“ beim Synodalen Weg geleitet und stellt sich beim Hauptforum jetzt erneut zur Wahl.

Die Quote wurde nicht erreicht

Zu dem Clubabend unter dem Titel „Maria schweige nicht“ waren 35 Frauen und ein Mann gekommen. Die Kirche habe über viele Jahre eine zu restriktive Sexualmoral gelehrt, sagte Mock. „Was ist Sünde? Wir müssen uns ansehen, was im Katechismus geändert werden müsste, um als Kirche im Sinn des Evangeliums heute glaubwürdig zu sein.“ Als „strategische Ziele“ nannte Mock den Diakonat der Frau, die Öffnung aller Weiheämter für Frauen, die kirchliche Anerkennung von Liebesbeziehungen nicht nur in der Ehe und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Mock verdeutlichte auch die Stolpersteine beim Synodalen Weg. Eine paritätische Besetzung der Synodalversammlung und Foren durch Männern und Frauen, wie sie der KDFB gefordert habe, sei nicht gelungen. Zurzeit versuche man, über die Aufnahme von Beraterinnen, die gleichwertige Stimmrechte haben, dieses Ungleichgewicht etwas abzumildern.

Umsetzung liegt bei den Ortsbischöfen

Zudem sieht Mock weitere Schwierigkeiten: Alle Mitglieder beim Synodalen Weg hätten zwar volles Stimmrecht. Beschlüsse bräuchten aber die Zustimmung von zwei Drittel der Anwesenden. Das heiße: „Es müssen auch zwei Drittel der Bischöfe zustimmen. Wir wollten es anders, konnten uns aber nicht durchsetzen“, sagte Mock über diesen Teil der Statuten.

Zudem sei am Ende jeder Ortsbischof nach dem Kirchenrecht dazu berechtigt, die Beschlüsse in seinem Bistum umzusetzen oder nicht. Mock rechnet deswegen auf Dauer mit unterschiedlichen Regelungen in den deutschen Bistümern.