Ökumenisches Netzwerk „Leben in Mauritz-Ost“ in Münster hilft in der Corona-Krise

Kein Internet? Gruppe verteilt „Mutmach-Briefe“ in Postkästen

Jeden Freitag stecken Helfer „Mutmach-Briefe“ in die Postkästen von älteren Nachbarn und Gemeindemitgliedern. Haupt- und Ehrenamtliche eines ökumenischen Netzwerkes in Münster-Mauritz-Ost wollen damit alle erreichen, die nicht über Mailadressen oder Whats-App verfügen.

Jeden Freitag verteilen die Engagierten in Münsters Osten „Mutmach- und Durchhalte-Briefe“ an Nachbarn, Gemeindemitglieder und Menschen, die Kontakt vor Ort suchen. Ganz altmodisch auf Papier und in einem Din-A4-Umschlag verschlossen sind die Schreiben. Sie werden durch Boten in die Briefkästen gesteckt.

Hinter der Initiative in Corona-Zeiten steckt das Netzwerk „Leben in Mauritz-Ost“ („LiMo“). Darin haben sich Haupt- und Ehrenamtliche des ökumenischen Seniorenbüros, der Pfarrgemeinde St. Mauritz mit den Kirchorten Margareta und Konrad, der evangelischen Auferstehungsgemeinde, des Nachbarschaftstreffs „Alte Apotheke“, des Jugendzentrums CrossOver und des ökumenischen Sozialbüros zusammengeschlossen.

Lesefutter für die Seele

Ludger PickerPastoralreferent Ludger Picker von der Pfarrgemeinde St. Mauritz in Münster bereitet schon die nächste Freitags-Post vor.

„170 Briefe haben wir beim ersten Mal verteilt“, sagt Pastoralreferent Ludger Picker. Zusätzlich sind weitere 200 Schreiben per Mail verschickt worden. „In Zeiten, in denen das Corona-Virus uns das Leben schwer macht, gilt es erfinderisch zu sein“, schreibt Carla Bukmakowsk vom Seniorenbüro im ersten Brief an die Leser. Das Ziel sei in Verbindung und Austausch zu bleiben.

Viele Menschen im Stadtteil seien bemüht, das Leben dort lebens- und liebenswert zu gestalten. Haupt- und Ehrenamtliche hätten sich zusammengetan, um bewusst auch jene mit „Grüßen, Seelenfutter, Tipps und Informationen“ zu versorgen, die weder Mails noch WhatsApps nutzen.

Praktische Tipps und Bibelimpulse

Zum „Seelenfutter“ gehören besinnliche Gedanken zu einer Bibelstelle, neueste Entwicklungen in den Kirchorten, Fernsehtipps zu Gottesdiensten und religiösen Programmen in der Kar- und Osterwoche oder Grüße vom ehrenamtlichen Mittagstisch-Team, das jetzt seine Arbeit aufgeben musste, erläutert Ludger Picker. Das Angebot werde angenommen. Viele Ältere hätten sich dafür erfreut bedankt, sagt er.

Kontakt
Interessierte aus dem Stadtteil können sich an das Seniorenbüro unter Telefonnummer 0251/6201 200 420 wenden.