Interreligiöse Wallfahrt für den Frieden

Kevelaerer Deklaration fordert zu Waffenverzicht auf

Die Teilnehmer der zweiten Interreligiösen Friedenswallfahrt fordern, "dass kein weiteres Töten, kein weiteres Leid durch unverantwortliche Produktion von Waffen, den profitorientierten Handel mit Waffen sowie den einzig Macht gesteuerten Einsatz von Waffen, verursacht wird". Unter dem Beifall der mehr als 200 Wallfahrts-Teilnehmer verlasen Ahmad Aweimer, vom Zentralrat der Muslime, Michael Rubinstein, vom Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden und Domkapitular Rolf Lohmann, Wallfahrtsrektor in Kevelaer, am Sonntag (28.08.2016) die "Kevelaerer Deklaration gegen Waffen". Um diese Deklaration zu verstärken, unterschrieben die Teilnehmer den ausliegenden Text. Bischof Felix Genn und der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen hatten die Deklaration bereits im Vorfeld unterschrieben.

Im Marienpark, nur wenige hundert Meter vom Kapellenplatz entfernt, begrüßte Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann die Teilnehmer. Christen, Juden und Muslime waren in diesem Jahr zum zweiten Mal in Kevelaer zusammengekommen, um für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz zu beten und im Rahmen einer Prozession gemeinsam für diese Ziele zu demonstrieren. "Wir wollen Zeichen setzten mit den Menschen aus allen Religionen und Konfessionen, um die Schwachen und Notleidenden in der Welt zu unterstützen", rief Lohmann den Frauen und Männern zu. "Lasst uns hier ein klares Zeichen der Toleranz und des Miteinanders setzen", ergänzte Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende der Aktion Pro Humanität und Mitveranstalterin der Friedenswallfahrt.

Gemeinsam friedlich leben

In einer atmosphärisch dichten Andacht hatten Aweimer, Rubinstein und Lohmann, unterstützt von weiteren Christen, Gebete und Textstellen aus religiösen Schriften vorgelesen. Ein orthodoxer Christ berichtete von seinem Leid, der Zerstörung seines Dorfes und dem Tod vieler Mitmenschen in Syrien. Drei syrische Geschwister berichteten von ihrer leidvollen Lebensgeschichte aus der völlig ausgebombten Stadt Aleppo. Ihre Mutter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mit den Kindern fliehen konnte, wurde telefonisch zugeschaltet. Sie berichtete von der chaotischen Situation in Syrien. Sie sei dankbar, dass ihre Kinder so gut aufgehoben sind.

Yasemin Yüksel, Hüla Ceylan und Köylü Merve, drei muslimische Frauen aus Duisburg, haben bereits im letzten Jahr an der Friedenswallfahrt teilgenommen. "Wir wissen, dass die Welt aufgrund unseres Glaubens seit letztem Jahr nicht friedlicher geworden ist, aber wir wollen jeden einzelnen auffordern, gemeinsam friedlich zu leben", erläuterten sie.

Die Interreligiöse Friedenswallfahrt fand 2015 zum ersten Mal in Kevelaer statt. Der im Mai verstorbene Rupert Neudeck, Gründer von Cap Anamur, hatte sie ins Leben gerufen. Die Redner der unterschiedlichen Religionen gedachten seiner in ihren Beiträgen.