Mainzer Bischof Peter Kohlgraf predigte über Trost

Kevelaerer Wallfahrt mit vielen Kolpingfamilien eröffnet

Mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in vier Sprachen Deutsch, Lateinisch, Englisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ hat Bischof Peter Kohlgraf aus Mainz am 1. Mai das Kevelaerer Pilgerportal geöffnet.

Mit dem anschließenden Pontifikalamt in der der Marienbasilika eröffnete Kohlgraf symbolisch die Wallfahrtszeit in der Marienstadt, die in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Wohin sollen wir gehen?“ steht. Der Mainzer Bischof, der bereits als Messdiener von Köln aus in seiner Jugend gepilgert ist, stellte die Bedeutung des Trostes in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Kohlgraf: Wer tröstet, nimmt sich Zeit für Mitmenschen

„Die Welt und die Menschen brauchen Trost“, rief Kohlgraf den Menschen in der Basilika zu. Die Menschen seien oft traurig, verzweifelt und von Schuld beladen. „Gott selbst schenkt Trost und Zuversicht“, sagte er. Das Schönste sei es, diesen Trost weitergeben zu können. Wer tröste, habe Interesse an der Situation des Menschen, sagte der Bischof. Wer tröste, nehme die Situation seines Nächsten wahr und harre mit dem Betroffenen aus. Er tröste nicht durch billige Floskeln, sondern nehme sich Zeit für Not seiner Mitmenschen.

Peter Kohlgraf.
Mit drei symbolischen Hammerschlägen öffnete Bischof Peter Kohlgraf das Pilgerportal. | Foto: Jürgen Kappel

Kohlgraf erinnerte an das Beispiel Jesu. Er habe mit Kranken, Hungernden, Orientierungslosen Mitleid gehabt und ihnen geholfen, so Kohlgraf. Nicht von oben herab, erläuterte er, sondern „er wendete sich jedem einzelnen zu und tröstete ihn“. Die offenen Wunden Jesu, die auch nach der Auferstehung bestehen, sind für Kohlgraf ein Zeichen für die bleibende Erinnerung Jesu, der nicht vergisst, dass Menschen Not leiden: „Der Auferstandene bleibt verwundet, er hat die Not der Menschen nicht vergessen.“

Kohlgraf: Maria als Frau aus dem Volk sei sensibel für Nöte

Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, getröstet zu werden, werde selbst zur Trösterin bzw. zum Tröster. Wie Maria, erläuterte der Bischof, die auf Augenhöhe den Menschen in Kevelaer begegne. Die Frau aus dem Volk sei sensibel für die Nöte der Menschen, beschrieb der Mainzer Bischof. „Wer in Kevelaer betet und tröstet, bleibt nicht gleichgültig gegenüber der Not der Welt. Maria macht Mut, an der Seite der Menschen zu bleiben“, schloss Kohlgraf seine Predigt.

Der erste Tag der Kevelaerer Wallfahrtszeit ist auch der Pilgertag von zahlreichen Kolpingsfamilien aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Mit ihren Bannern prägten sie das Bild auf dem Kapellenplatz. In Kevelaer, dem größten Wallfahrtsort des Bistums, rechnen die Verantwortlichen mit mehr als 800.000 Besuchern, die zur Basilika und dem Marienbild „Trösterin der Betrübten“ in der Gnadenkapelle pilgern.