Katholische Frauen protestieren bei Vollversammlung der Bischofskonferenz

KFD startet Aktionswoche für „geschlechtergerechte Kirche“ in Fulda

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) startet am kommenden Montag in Fulda eine bundesweite Aktionswoche unter dem Motto „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“. Zeitgleich mit dem Auftakt der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda will sich die KFD vor Ort unter anderem für den „Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern“ in der Kirche einsetzen, wie der mit 450.000 Mitgliedern größte katholische Frauenverband in Deutschland mitteilte.

Teilnehmerinnen wollen für ihre Anliegen werben und „die deutschen Bischöfe zum Handeln auffordern“. Online und auf der Straße sollen dafür Unterschriften gesammelt werden. Außerdem ist ein großer Demonstrationszug zum Tagungsort der Bischöfe geplant.

„Protest ist das Mittel der Zeit“

„Man hat Frauen Jahre und Jahrzehnte versucht kleinzuhalten, nach der Devise: bloß kein Protest. Deshalb ist Protest heute das Mittel der Zeit, sonst hört man uns in dieser modernen Welt nicht“, sagte die KFD-Vorsitzende Mechthild Heil im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir uns mit diesem Thema, das die gesamte Gesellschaft bewegt, auseinandersetzen. Da bricht im Moment etwas auf“, so Heil weiter: „Wir geben nicht auf, und wir haben Mut. Gerade in diesem Jahr, in dem wir über 100 Jahre Frauenwahlrecht sprechen, muss es ein paar Mutige geben, die daran glauben, dass sich etwas bewegt - und dann bewegt sich auch was.“

Nicht die erste Protest-Aktion

Die KFD hatte bereits im März mit ihrer Aktion #MachtLichtAn für Aufsehen gesorgt. Damals hatten sich an mehr als 170 Orten Tausende KFD-Mitglieder, Interessierte und Betroffene zu abendlichen Klage-Andachten getroffen, um Solidarität mit Missbrauchsopfern zu zeigen.

Zugleich leuchteten die Frauen mit Taschenlampen an die Kirchentüren und äußerten ihre Forderungen an die Bischofskonferenz, „Missbrauchsfälle aufzuklären, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern“.

Darüber hinaus hatten sich auch viele Frauen der KFD an den bundesweiten Aktionen der Protestbewegung Maria 2.0 beteiligt. Auch hier ging es um Forderungen, Frauen zu allen Weiheämtern zuzulassen, den Pflichtzölibat aufzuheben sowie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche vollständig und transparent aufzuklären.