Kirchenführer in Herten-Scherlebeck

Kinder erklären ihre Kirche

Nahezu ein Jahr lang haben zehn Kommunionkinder des Jahres 2016 und jetzige Viertklässler der Comeniusschule im Rahmen ihres Religionsunterrichts die St.-Ludgerus-Kirche in Herten-Scherlebeck erforscht. Immer wieder trafen sie sich mit der früheren Grundschullehrerin Doris Kohn und der Lehrerin Vera Rusin, um Einrichtungsgegenstände zu betrachten und die Erkenntnisse aufzuschreiben.

Eine 36-seitige Broschüre hält nun die Geschichte der Kirche und die des Namenspatrons St. Ludgerus fest. Der Kirchenführer für die kleinen und großen Neugierigen erklärt den Sinn und Zweck von Weihwasserbecken, Altar, Tabernakel, Orgel, Taufbecken und Osterkerze, Beichtstuhl, Ewigem Licht, bunten Fenstern und die Bedeutung des Kreuzwegs.

Forscherteam in der Grundschule

Neben den beiden Lehrerinnen gehörten zum Forscherteam die Schüler Justus Erdmann, Eric Hannen, Christos Michailidis, Natalia Olszewski, Neele Reimer, Lilli Sellenmerten, Max Susak, Sophia Suttmeier, Konstantin Velikov und Pauline Wunderlich.

Wie können die Kenntnisse des Forscherteams am besten vermittelt werden? Da gibt es zunächst eine große Stoffpuppe in Form einer großen Maus, die im Kleinkindergottesdienst der Gemeinde einen festen Platz hat. Diese Kirchenmaus brauchte noch einen Partner, und wer war dafür besser geeignet als die Gans, die neben der Ludgerus-Statue am Eingang des Kirchplatzes steht?

Über die Namen der Figuren stimmten die Schüler ab: die Kirchenmaus erhielt den Namen Freddy, die Gans den Namen Frederike. Zwei Kinder zeichneten die Figuren, die in Gesprächen und einem Frage-Antwort-Spiel durch die Broschüre führen.

Was hat die Gans mit Ludgerus zu tun?

So wird auch die Frage nach der Gans am Kirchplatz erklärt: „Frederike, erzähl mir doch bitte, warum ist bei der Statue des Bischofs Ludgerus, die am Zugang zu unserer Kirche steht, eine Gans dabei, sodass viele Menschen denken, dort würde eine Statue des heiligen Martin stehen?“ – „Ja, Freddy, das will ich dir gern erklären: Um das Jahr 800 gab es im Münsterland eine große Gänseplage. Die Gänse fraßen den Bauern das keimende Saatgut und die Früchte vom Acker. Ludgerus soll die Tiere veranlasst haben, die Äcker der Bauern zu verlassen, und die Menschen vor einer Hungersnot bewahrt haben.“

Neben den Texten und vielen Fotos enthält die Broschüre auch kleine Rätsel, die zu lösen sind, Platz für ein selbst zu verfassendes Gedicht und eine Malvorlage zum Kirchenfenster mit der Arche Noah und dem Regenbogen.

Lehrerinnen halfen mit

„Es hat viel Spaß gemacht, mit den Kindern den Kirchenraum zu entdecken“, sagt die pensionierte Grundschullehrerin Doris Kohn, die viele Jahre in Scherlebeck unterrichtete. Sie hat das Konzept für den Kirchenführer entwickelt und mit der jungen Lehrerin Vera Rusin eine Nachfolgerin an der Comeniusschule gefunden, die im Religionsunterricht die Kinder für die Erstellung der Broschüre weiter begeisterte. Die Grafikerin Stefanie Kordus brachte die informative Broschüre in eine ansprechende Form.

Die Texte sind in einer für Kinder verständlichen Sprache verfasst, aber es gibt auch Informationen, die für Erwachsene gedacht sind. Deswegen heißt die Broschüre, die für vier Euro im Pfarrbüro in Scherlebeck erhältlich ist, auch „Für kleine und große Neugierige“.

Erklärung der Symbole

Doris Kohn findet es gut, wenn Kinder wissen, wie ein Gotteshaus aufgebaut ist und welche Bedeutung Räume und Symbole haben. Dass sich hinter drei Holztüren in St. Ludgerus der Beichtstuhl verbirgt, erklärt sie den Kindern so: „Wenn ein Mensch etwas getan hat, das nicht in Ordnung war und das ihm leid tut, dann ist es gut, wenn er es jemandem anvertrauen kann, der ihm weiterhilft. Es ist auch gut, wenn er es Gott sagen und ihn um Verzeihung bitten kann. Dann wird es dem Menschen wieder leichter ums Herz.“