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"Was ist Gott?" Stellen Sie sich vor, Ihr Kind fragt das. Und dann? Die Theologin Regina Laudage-Kleeberg aus Münster gibt Tipps und rät zu Offenheit.
Für die in Münster lebende Theologin Regina Laudage-Kleeberg sind Kinder und Religion eine besonders dynamische Verbindung. "Kinder zwingen uns, über Religion nachzudenken", sagt sie im Interview der Wochenzeitung "Die Zeit".
Eltern könnten von der Offenheit ihrer Kinder profitieren: Wer sich auf deren Fragen einlasse, erlebe oft überraschend tiefgehende Gespräche über existenzielle Themen.
Gegenfragen zum Nachdenken
Fragen entstünden oft schon im Vorschulalter. Ihr Sohn habe mit etwa vier Jahren wissen wollen: "Was ist Gott?" Starre Antworten oder festgelegte Gottesbilder hält Laudage-Kleeberg dann für wenig hilfreich. Stattdessen plädiert sie dafür, Kinder mit Gegenfragen zum eigenen Nachdenken anzuregen.
Kinder griffen auch schwierige Inhalte wie Gewalt in biblischen Geschichten oder Nachrichten über Krieg auf und hinterfragten sie, so die Religionswissenschaftlerin. Entscheidend sei, die Themen einzuordnen, ohne sie zu beschönigen oder vorschnell zu rechtfertigen.
Eigene Vorstellungen teilen
Bei Fragen nach dem Jenseits rät die Theologin zu Zurückhaltung: Erwachsene sollten keine scheinbaren Gewissheiten vermitteln, sondern eigene Vorstellungen teilen und Kindern Raum für eigene Bilder lassen.
Diese Gespräche wirkten auf die Eltern zurück - unabhängig davon, ob sie religiös seien oder nicht. Religiöse Bildung entstehe vor allem im Alltag, etwa in Gesprächen über Gerechtigkeit, Schuld und Tod. Die institutionelle Kirche spiele dabei häufig nur eine Nebenrolle, auch wegen mangelnder kinderfreundlicher Angebote, findet Laudage-Kleeberg.
Buchtipp
Regina Laudage-Kleeberg: "Das Buch für alle, die mit Kindern über Gott sprechen wollen, aber nicht wissen, wie". 208 Seiten, Softcover, 20 Euro, Kösel-Verlag 2026, ISBN 978-3-466-37360-4. Das Buch ist bequem bei unserem Partner Dialogversand bestellbar: Tel. 0251/4839-210, E-Mail: service(at)dialogversand.de