13 Millionen verkaufter Alben

Kinderlieder-Komponist Detlev Jöcker im Portrait

Kinderlieder-Komponist Detlev Jöcker.
Kinderlieder-Komponist Detlev Jöcker verrät im Video, was er mit Elton John gemeinsam hat und warum er seine Hits wie „Du hast uns deine Welt geschenkt“ immer noch gerne hört.Video: Marie-Theres Himstedt
Kinderlieder-Komponist Detlev Jöcker.

Wie ein Großvater sieht Detlev Jöcker nun wirklich nicht aus: rote Brille, farbenfrohes Hemd, verschmitztes Gesicht und lange Haare. Dabei hat gebürtige Münsteraner hat tatsächlich schon vier Enkelkinder im Alter von einem bis zu zehn Jahren. Sein Beruf hat den 65-Jährigen jung gehalten:  Detlev Jöcker ist einer der bekanntesten Kinderliedermacher Deutschlands. 13 Millionen verkaufte Tonträger, über 1300 selbst geschriebene Songs und der erste Liedermacher, der Lern-, Spiel- und Bewegungslieder für Vorschulkinder in Deutschland komponiert hat.

Zum Glauben gefunden

Zudem ist er wohl der einzige Liedermacher, dem es religiöse Lieder für die Zielgruppe der Null- bis Siebenjährigen angetan haben. Mehr als 300 solcher Lieder hat er komponiert. Aufgewachsen in einer „glaubensfremden Familienkonstellation“, war er mit 15 Jahren der jüngste Musikstudent in Deutschland – kurz zuvor war er schon von zu Hause ausgezogen. Einige Jahre später warb ihn Peter Janssens als Sänger und Flötist für das religiöse Musical „Ave Eva“ an.

Neue religiöse Kinderlieder
Unter dem Titel „40 schönste religiöse Kinderlieder“ ist 2016 von Detlev Jöcker eine Doppel-CD erschienen. „Halte zu mir, guter Gott“, oder „Weil uns Gottes Geist befreit“, ist in manchen Gotteslob-Ausgaben in Deutschland zu finden. Alle Lieder sind für zuhause, den Kindergarten, Schule oder Vorbereitung von Gottesdiensten geeignet. Das Liederbuch gibt es unter  www.menschenkinder.de.
CD: „40 schönste religiöse Kinder­lieder“, Detlev Jöcker“, 10,95 €.

Bei der Tournee mit über 200 Spielorten jährlich Ende der Siebzigerjahre fand Jöcker zum Glauben. „Ich bin  kirchlich sehr aktiven Menschen begegnet, die voller Idealismus waren und den christlichen Zentralbegriff der Nächstenliebe mit Leben füllten“, erinnert sich der Liedermacher Jahrzehnte später in seinem Wohnzimmer auf dem Land nahe Billerbeck:  „Vor allem habe ich über die Erfahrung des Gebets eine Beziehung zu der immensen Kraft bekommen, die wir Christen Gott nennen“, ergänzt der vierfache Vater.

„Das wünsch ich dir sehr“

Die Kraft und Energie des Gebets habe er als junger Vater auf seinen ersten Sohn übertragen wollen. Wenn dieser kindliche Ängste hatte, erzählte der Vater ihm davon, „dass immer einer da ist, der uns Menschen hält“. Daraus entstanden später Mutmach-Lieder mit eingängigen Refrains wie „Das wünsch ich sehr, dass immer einer bei mir wär, der lacht und spricht – fürchte dich nicht.“

Außerdem sieht Jöcker in seinen Gebetsliedern die Möglichkeit für alle Generationen, „aus einem anderen Blickwinkel auf das Leben zu schauen“. Nach dem frühen Verlust seiner ersten Frau zog Jöcker zwei Kinder als alleinerziehender Vater groß. „Aus dieser Zeit weiß ich, dass man die Hilfe anderer Menschen annehmen können muss, um gut durchs Leben zu kommen.“