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Kristin Schlamann über ihre „Adventspredigt“ in Wettringen

Kirche 2030: Studentin fordert mehr Präsenz in sozialen Medien

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„Kirche 2030 – meine Vision“ – so lautet der Titel einer Predigtreihe in der Pfarrei St. Petronilla im münsterländischen Wettringen. Engagierte Frauen und Männer geben dort in der Adventszeit Impulse, wie sie sich eine Zukunft der Kirche vorstellen. Den Auftakt machte Kristin Schlamann, die sich in Wettringen und auf regionaler Ebene bei der Katholischen Landjugend-Bewegung (KLJB), in der Kolpingjugend und bei den Pfadfindern engagiert. „Kirche-und-Leben.de“ sprach mit Schlamann, die in Münster Soziale Arbeit studiert, über ihre Kirchenvision und über die Lebenswelten der jungen Generation.

Frau Schlamann, was ist Ihre Kirchenvision für 2030?

Meine Vision ist eine Veränderung innerhalb der Kirche sowohl im Umgang mit Kindern und Jugendlichen als auch in der Gestaltung der Messen, der Inhalte, der Lieder und Gebete.

Wie erleben Sie derzeit die Kirche?

Viele Bereiche der Kirche, wie beispielsweise die Kirchenvorstände oder Pfarreiräte in den Städten und Gemeinden, sind bereit, etwas zu verändern und versuchen aktuell an die Jugend anzuknüpfen. Dabei stelle ich doch immer wieder fest, wie sehr sie dennoch an alten Werten und Strukturen festhalten.

Es ist oft von Lebenswelten der Menschen die Rede, wenn es darum geht, woran sich die Kirche orientieren soll. Wie würden Sie die Lebenswelten der heutigen jungen Generation beschreiben?

Die Kinder und Jugendlichen wachsen in einer dynamischen Gesellschaft auf, die geprägt ist von den digitalen Medien und den sozialen Netzwerken. Die Kommunikation, viele Diskussionen und der Meinungsaustausch verlaufen überwiegend über diese Medien. Schule gestaltet sich aktuell digital, und in der Freizeit gewinnt die digitale Welt immer mehr an Bedeutung. Sie bekommen die Informationen über „Insta“, „TikTok“, „Snapchat“ oder anderen Plattformen, verfolgen die Lebenswelt und Lebensart vieler Prominenter oder „Influencer“ und orientieren sich an diese oder werden selbst zu solchen.

Wie erleben Sie die digitale Welt?

Kristin Schlamann hielt in Wettringen eine „Adventspredigt“. | Foto: privat
Kristin Schlamann hielt in Wettringen eine „Adventspredigt“. | Foto: privat

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, auch junge Erwachsene, Frauen und Männer sind in einer schnelllebigen digitalen Welt zuhause.

Darüber hinaus sind die Lebensansprüche und gleichzeitig die Leistungsansprüche immer höher geworden, sodass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene viel mehr Zeit in der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen verbringen und die Freizeitgestaltung immer weiter eingeschränkt wird.

Was sollte die Kirche für die jungen Menschen tun? Was können junge Menschen für die Kirche tun?

Kirche sollte in erster Linie präsenter sein, im Ort, in den Medien und in den sozialen Netzwerken. Pfarreiräte, Kirchenvorstände sowie Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten können auf die Jugendverbände im Ort zugehen und diese bei kleinen eigenen Veranstaltungen unterstützen. Als Beispiel fällt mir eine Spendenaktion ein, bei der engagierte Frauen und Männer aus der Kirche so unterstützen können, indem sie Werbung machen für diese Spendenaktion oder aber auch die Aktion unterstützen, indem sie bei dem Kaffee- und Kuchenverkauf mithelfen oder aber einen kleinen Kuchen backen. Im Umkehrschluss besteht dann die Möglichkeit, den Verband oder die Jugendgruppe selbst bei Aktionen zu fragen, ob dieser sie unterstützt. Es ist ein Geben und Nehmen. Und das sind genau die Werte, die Kirche so wichtig machen: Nächstenliebe, Gemeinschaft und Unterstützung.

Sie sind selbst in katholischen Jugendverbänden aktiv – in der Landjugend, den Pfadfindern und in der Kolpingjugend. Warum lohnt sich ein Engagement?

Adventspredigten in Wettringen
Seit einigen Jahren halten in der Pfarrei St. Petronilla in Wettringen engagierte Frauen und Männer aus dem Ort in der Adventszeit sogenannte Laienpredigten. In diesem Jahr lautet das Thema „Kirche 2030 – meine Vision“. Den Auftakt machte Kristin Schlamann in der ersten Adventswoche. Nach Justus Brakebusch sprechen noch Albrecht Jungnitz (16. Dezember) und Stefanie Strecke (23. Dezember) in der Pfarrkirche jeweils um 19.30 Uhr.

Mit der Zeit in den Jugendverbänden habe ich gemerkt, dass diese Verbände einen sehr starken Zusammenhalt haben. In dieser Lebensphase kann man Menschen kennenlernen, die man so nicht angesprochen hätte. Man ist, je engagierter man ist, umso mehr vernetzt: in der Gemeinde, in der Stadt oder auch auf Kreisebene. Bei den Aktionen haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Stärken, Schwächen, Grenzen und Hürden zu testen und zu überwinden. Sie befinden sich in einer sehr dynamischen Gemeinschaft, in der es einen unglaublichen Zusammenhalt erfordert, um verschiedene Dinge auf die Beine zu stellen. Ein beliebtes Zitat lautet: „Ein Pfadfinderzelt lässt sich nun mal nicht allein aufbauen.“ Es sind viele kleine Erfahrungen, die ein Kind oder Jugendlichen formen und die dazu beitragen, erwachsen zu werden.

Braucht es eine Verbandsstruktur?

Ein Jugendverband ist ein Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen. Sie können sich dadurch mitteilen. Durch die demokratische Struktur haben die Verbände die Möglichkeit, bis auf Bundesebene verschiedene Anliegen durchzubringen und diese in Politik, Kirche und Gesellschaft zur Diskussion zu bringen.

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