52-seitiges Papier auf Deutsch veröffentlicht

Kirche fordert entschiedenen Kampf gegen Menschenhandel

Die katholische Kirche fordert mehr Einsatz gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und andere Formen von Ausbeutung und Sklaverei. Menschenhandel sei ein „verabscheuungswürdiges Übel und eine offene Wunde am Körper der heutigen Gesellschaft“, zitiert ein Papier, das am Donnerstag auf Deutsch veröffentlicht wurde, eine von vielen Aussagen von Papst Franziskus zum Thema.

Die neue Orientierungshilfe sei zunächst ein Aufschrei mit Blick auf die Opfer, sagte der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der Vizevorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Wir Christen dürfen keine stummen Hunde sein, wenn Verbrecher Menschen zu Waren degradieren.“ Puff ist Mitglied der vom Papst einberufenen „Santa-Marta-Gruppe“, die sich weltweit zusammen mit Politikern, Juristen, Hilfsorganisationen und Kriminalexperten gegen Menschenhandel einsetzt.

Anregung für Pfarreien und zur Opfer-Hilfe

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sind weltweit 40 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland etwa 167.000. Neben umfangreichen Informationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält das 52-Seiten-Papier konkrete Anregungen, wie sich Pfarreien und auch jeder Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können.