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Zu viele Kirchorte und Pfarrheime - neue Ideen müssen her

Kirche in Rheine 2030: Team arbeitet an Vision der Servicepfarrei

  • Wie sieht Kirche 2030 in Rheine aus? Damit beschäftigt sich die katholische Pfarrei St. Antonius von Padua.
  • Klar sei, es gebe zu viele Kirchorte und zu vielen Flächen in Pfarrheimen.
  • Es soll eine Servicepfarrei entstehen, die aus der Kirchenblase raus soll.
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Sie haben eine Vision – und an der wollen sie arbeiten. Wie kann ,Kirche in Rheine 2030‘ aussehen? Mit dieser Frage beschäftigen sich das Seelsorgeteam und die Gremien der katholischen Pfarrei St. Antonius von Padua in den kommenden Monaten. „Wir müssen schnell ins Handeln kommen“, drückte Pastor Jan Kröger bei einer Informationsveranstaltung für Kirchenvorstand und Pfarreirat am 23. Juni in der Basilika aufs Tempo.

Ziel sei es, den Prozess der Veränderung in den kommenden Jahren transparent zu machen, betonte Kröger. Sich verändernde Rahmenbedingungen – gesamtgesellschaftlich wie auch kirchlich – sowie der Rückgang ehrenamtlichen Engagements und der Kirchensteuereinnahmen im Bistum Münster machten eine Fortschreibung des Lokalen Pastoralplans von 2015 sowie des Immobilienkonzepts in einer „pastoralen Vision: Katholische Kirche rechts der Ems 2030“ notwendig. „Der Verfall der Volkskirche ist so weit fortgeschritten, dass wir reagieren müssen“, fügte Pastoralreferent Tobias Plien an.

Zu viele Kirchorte und zu viele Flächen in Pfarrheimen

Schon heute sei klar, dass bei einer weiter sinkenden Mitgliederzahl auch die Höhe der Schlüsselzuweisungen des Bistums in Abhängigkeit zum Haushalt von St. Antonius deutlich zurückgehen werde. Deshalb habe er seit Beginn des Jahres mit Mitgliedern des Pastoralteams, der Leitung der Zentralrendantur in Rheine sowie Vertretern der Abteilung Kirchengemeinden im Bischöflichen Generalvikariat die Lage erörtert: „Die Nachricht hinsichtlich weiterer Entwicklungsnotwendigkeiten wird vermutlich niemanden überraschen“, zitierte Kröger Münsters Bischof Felix Genn. Fest stehe, dass die Pfarrei St. Antonius zu viele Flächen in Pfarrheimen und zu viele Kirchorte habe. 

Doch nicht nur die Immobiliensituation und die Frage künftiger Finanzierbarkeit sollen neu gedacht werden. Den Verantwortlichen der Pfarrei geht es auch um eine pastorale Vision. Die Idee: von der „Pfarrfamilie“ hin zu einer „missionarischen Servicepfarrei“. „Wir wollen kirchliche Traditionen fortschreiben“, fasst Pastoralreferent Christian Winnemöller die Überlegungen zusammen. Wie das gehen könne, habe man schon öfter bewiesen, beispielsweise an Allerheiligen, als die Namen der Verstorbenen per Leuchtband am Kreuz auf dem Friedhof zu lesen waren, und an den Kar- und Ostertagen, als das biblische Geschehen im Rahmen der Aktion „Fokus“ durch Licht, Klang und Raum in der Basilika neu erlebt werden konnte.

Servicepfarrei: Hauptamtliche können in Coworking-Space gehen

Unter dem Aspekt „Servicepfarrei“ wäre künftig denkbar, neben dem Gottesdienst zur kirchlichen Trauung die räumliche Möglichkeit für eine standesamtliche Hochzeit gleich mitanzubieten, inklusive Sektempfang. „Wir wollen raus aus der Kirchenblase“, erklärte Winnemöller. Für neue Projekte sollen Kooperationspartner gewonnen werden. Um näher dran zu sein am Leben außerhalb der katholischen Kirche, können sich die Hauptamtlichen vorstellen, mit ihren Büros in den Coworking-Space am Rheiner Bahnhof zu ziehen.

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