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Die Bischöfe nennen die AfD unwählbar, AfD-Positionen gelten in vielen Verbänden als Mitgliedschafts-Hindernis. Doch ein Experte mahnt.
Der Theologe und CDU-Politiker Thomas Arnold ruft die katholische Kirche zum Dialog mit AfD-Wählern auf. „Es gibt keine Pflicht, AfD-Mandatsträger auf Podien einzuladen. Aber die Themenfelder und Argumente, mit denen sie Erfolg im Land haben, dürfen nicht verschwiegen werden, sondern gehören in den redlichen Streit“, schreibt Arnold in der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“.
In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft seien „legislaturunabhängige Institutionen wie die Kirchen“ in der Pflicht, sachlichen Streit zu führen und zu moderieren. Über tagesaktuelle Debatten hinaus brauche es ein stärkeres Ringen darüber, was das Land zusammenhält, betont Arnold.
Was aus „Wut und Klage“ der AfD-Wähler werden kann
Die Kirchen könnten wichtige Räume und Gesprächspartner anbieten, um nach echten „Alternativen zu billigen Parolen“ zu suchen, schreibt Arnold. Wut und Klage könnten dann zu einem „redlichen Nachdenken“ werden. Arnold leitete bis 2024 die katholische Akademie des Bistums Dresden. Danach wechselte er ins sächsische Innenministerium.
Aus Arnolds Sicht droht in der katholischen Kirche nach einer entsprechenden Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz eine „rasche und vollumfängliche Verweigerungshaltung im Umgang mit Mitgliedern und Anhängern der AfD“. Die Bischöfe hätten aber auch deutlich gemacht, dass es ein Dialogangebot an jene geben sollte, die zwar für die „Ideologie“ der AfD empfänglich, aber gleichzeitig offen für Gespräche seien.