ZUKUNFT DER KIRCHE

Warum Caritas und Diakonie Menschen in der Kirche halten

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Ohne die Arbeit von Caritas und Diakonie würden viele Gläubige der Kirche den Rücken kehren. Was eine neue Befragung außerdem dazu sagt.

Von KNA, jjo

Wenn die Kirchen ihre Einnahmen aus der Kirchensteuer kaum oder gar nicht für soziale Zwecke wie Caritas und Diakonie verwenden würden, wäre das für eine deutliche Mehrheit der deutschen Kirchenmitglieder ein Grund, aus ihrer Kirche auszutreten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Mentefactum im Auftrag der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), die am Samstag vorgestellt wurde und in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll.

Für die Erhebung befragte das Institut rund 1.000 Kirchenmitglieder. Die fowid zählt zum Umfeld der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung.

Wer der Kirche treu bleibt

Laut Befragung sagen zwei Drittel (66 Prozent) der Kirchenmitglieder, dies wäre für sie ein Austrittsgrund – für die Hälfte von ihnen „sicher“, für die andere Hälfte „wahrscheinlich“. Rund ein Viertel (24 Prozent) würde in einem solchen Fall der Kirche treu bleiben.

Zum Vergleich: Bei einer vergleichbaren Umfrage im Jahr 2005 gaben 50 Prozent an, sie würden auch bei Wegfall sozialer Ausgaben Mitglied ihrer Kirche bleiben. 47 Prozent sagten, sie würden austreten, wenn die Kirche kaum soziale Zwecke unterstütze.

Mitgliederschwund hält an
Der Soziologe Edgar Wunder geht davon aus, dass in 25 Jahren noch rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland der katholischen Kirche angehören werden. „Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, werden bis 2050 lediglich etwa 20 Prozent der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen angehören“, sagte Wunder. Als Gründe nannte der für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) tätige Wissenschaftler die konstante Austrittsbewegung und demografische Faktoren. (KNA)

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