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Papst Franziskus, die Bischöfe und „Pax Christi“ zum neuen Abkommen

Kirche lobt Atomwaffen-Verbotsvertrag – Kritik an Deutschland

  • Papst Franziskus und katholische Friedensaktivisten begrüßen das In-Kraft-Treten des Atomwaffen-Verbotsvertrags am Freitag.
  • „Pax Christi“ im Bistum Münster fordert, die Bundesregierung dürfe sich diesem „nicht länger verweigern“.
  • Bisher lehnen aber auch die offiziellen Atomstaaten das Abkommen ab.
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Papst Franziskus und katholische Friedensaktivisten begrüßen das In-Kraft-Treten des Atomwaffen-Verbotsvertrags (TPNW) am Freitag. Franziskus fordert erneut die Abschaffung nuklearer Arsenale.

„Der Einsatz von Atomwaffen hat zerstörerische Wirkung“, so der Papst am Mittwoch. Er treffe in kurzer Zeit viele Menschen und schädige langfristig die Umwelt. Alle Staaten seien aufgerufen, auf solche Mittel zu verzichten.

Was der Vertrag vorsieht

Den TPNW lobt Franziskus als das erste rechtsverbindliche internationale Instrument, das Atomwaffen ausdrücklich verbiete. Es wurde von den Vereinten Nationen 2017 mit 122 Stimmen angenommen. 51 Staaten haben es bisher ratifiziert, 86 unterzeichnet, darunter der Heilige Stuhl als Völkerrechtssubjekt.

Der TPNW ächtet die Entwicklung, die Tests, die Produktion, die Lagerung, die Stationierung, die Weitergabe und den Einsatz von Atomwaffen – auch die Drohung mit ihnen. Die offiziellen Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien lehnen den Vertrag ab. Auch die Bundesregierung spricht sich bisher dagegen aus.

„Pax Christi“: Deutschland soll beitreten

Das kritisiert die Bewegung „Pax Christi“ im Bistum Münster. Die deutsche Regierung dürfe sich „nicht länger verweigern“, erklären die Diözesanvorsitzenden von „Pax Christi“, Maria Buchwitz und Stefan Leibold. Atomwaffen müssten völkerrechtlich geächtet werden.

Laut der „Pax Christi“-Vertreter gibt es weltweit noch mehr als 13.000 Atomsprengköpfe; zudem würden alle Atommächte ihre Arsenale modernisieren. Das sei friedenspolitisch unverantwortlich und gefährde die Sicherheit aller Menschen.

Die Position der Lehre

Papst Franziskus hatte bereits 2017 nukleare Abschreckung als ethisch nicht mehr vertretbar bezeichnet und damit die katholische Lehre gegenüber früheren Positionen verschärft. Im japanischen Hiroshima verurteilte er 2019 schon den Besitz von Kernwaffen als „unmoralisch“.

Der Vorsitzende der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“, Bischof Heiner Wilmer, und der Präsident der Deutschen Sektion „Pax Christi“, Bischof Peter Kohlgraf, erklären, die Staaten, die das TPNW-Abkommen „nicht nur unterzeichnet, sondern auch ratifiziert haben, geben uns ein leuchtendes Beispiel dafür, dass wir uns niemals mit vermeintlich unverrückbaren Gegebenheiten abfinden sollten“.

Einsatz von Kernwaffen „niemals legitim“

Die atomare Abschreckung, die vermeintliche Sicherheit suggeriere, baue auf dem „unvorstellbaren Vernichtungspotenzial von Nuklearwaffen auf“, so die Bischöfe. „Kein Konfliktgeschehen kann in unseren Augen jemals den Einsatz von Kernwaffen legitimieren.“

Ausdrücklich unterstützen Wilmer und Kohlgraf Aussagen des Papstes, wonach nicht nur der Einsatz, sondern bereits der Besitz solcher Waffensysteme unethisch sei. Die Bischöfe rufen die Atommächte und alle Staaten, die den TPNW noch nicht unterzeichnet oder ratifiziert haben, dazu auf, dem Vertrag beizutreten.

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