Kardinal Marx verlangt „klare Worte der Nato“

Kirche: Militäraktion der Türkei in Syrien bricht das Völkerrecht

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Militäraktion der Türkei in Nordsyrien scharf verurteilt. „Das ist ein klarer Bruch des Völkerrechts“, sagte Marx am Mittwoch in der Bundespressekonferenz in Berlin. In Syrien würden zahlreiche Menschen vertrieben, darunter viele Christen. Er erwarte dazu auch klare Worte der Nato, die „doch ein Wertebündnis sein soll“.

Ähnlich hatte sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Heiner Wilmer, geäußert. Die „türkische Invasion in Nordostsyrien“ breche das Völkerrecht, sagte er am Montag. Wilmer warnte vor einer „ethnischen Säuberung“, sollten die angegriffenen Kurden aus den betroffenen Gebieten vertrieben werden.

Wilmer: Systematische Politik der Türkei gegen Kurden

Auch wenn die Türkei angebe, eine „Sicherheitszone“ gegen eine vermutete terroristische Bedrohung durch kurdische Kräfte einrichten zu wollen, könne dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land „eine systematische Politik gegen die kurdische Bevölkerung betreibt“, so der Bischof von Hildesheim. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht halte einer näheren Betrachtung nicht stand. Die Bundesregierung müsse mit anderen Nato-Partnern auf das Mitglied Türkei einwirken, auch mit Sanktionen.

Die Kommission Justitia et Pax ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden.