Bischof Felix Genn aus Münster leitet eine der Arbeitsgruppen

Kirche will Missbrauch mit Staat und Laienvertretern aufarbeiten

Bei der Aufarbeitung der Fälle von sexuellem Missbrauch setzt die katholische Kirche auf stärkere Mitwirkung von Laienvertretern und staatlichen Experten. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, wolle demnächst das Gespräch mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen, teilte die Bischofskonferenz mit. Dabei werde der Trierer Bischof unter anderem „über die Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sowie zur Überprüfung des Verfahrens für Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids“ sprechen.

Der Ständige Rat der Bischofskonferenz habe zudem über die Herausforderungen für die Kirche beraten, hieß es. Mit einzelnen Themenfeldern sollen sich Arbeitsgruppen beschäftigen, in denen auch Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) mitwirken. Als Verantwortliche für Fragen nach der priesterlichen Lebensform, nach Macht, Partizipation und der Sexualmoral wurden die Bischöfe Franz-Josef Bode (Osnabrück), Felix Genn (Münster) und Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) benannt.

Blick auf Gerichte, Verwaltung, Finanzen und Personalwesen

Eine Arbeitsgruppe zum kirchlichen Recht unter Leitung von Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) soll sich unter anderem mit der kirchlichen Strafgerichtsbarkeit, dem Prozessrecht und der Verwaltungsgerichtsbarkeit befassen. Außerdem müssten Fragen der kirchlichen Verwaltung geklärt werden, wozu Verwaltungsstrukturen, die Finanzverfassung und das Personalwesen gehörten, hieß es.

Der Ständige Rat habe beschlossen, für dieses Projekt einen Steuerungskreis zu schaffen. Dessen Mitglieder sollen demnächst berufen werden. Darunter sollen auch Vertreter des ZdK und andere externe Fachleute sein.