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Auch Anhänger des abgewählten Präsidenten verurteilen Aktion

Kirchen entsetzt über Sturm auf US-Kapitol durch Trump-Anhänger

  • Vertreter christlicher Kirchen verurteilen den Sturm des US-Kapitols durch Anhänger von Donald Trump.
  • Katholische Bischöfe sehen „hetzerische Rhetorik“ der Politiker als einen Grund.
  • Auch evangelikale Trump-Unterstützer zeigen sich entsetzt von der Aktion.
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Der Vorsitzende der katholischen US-Bischofskonferenz, Erzbischof José Gomez von Los Angeles, hat die gewaltsamen Proteste und den Sturm des Kapitols durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in Washington verurteilt. „Das ist nicht das, was wir als Amerikaner sind. Ich bete für die Mitglieder des Kongresses und die Mitarbeiter des Kapitols sowie für die Polizei und alle, die daran arbeiten, die Ordnung und die öffentliche Sicherheit wiederherzustellen“, so Gomez in einer Mitteilung der Bischofskonferenz.

„Der friedliche Übergang der Macht ist eines der Markenzeichen dieser großen Nation“, betonte der Erzbischof. „In diesem beunruhigenden Moment müssen wir uns wieder auf die Werte und Prinzipien unserer Demokratie besinnen und als eine Nation unter Gott zusammenkommen.“

„Hetzerische Rhetorik“ ein Grund der Ausschreitungen

Der Erzbischof von Washington, Kardinal Wilton Gregory, kritisierte die Politik. „Der spaltende Ton, der in letzter Zeit unsere nationalen Gespräche so dominiert hat, muss sich ändern. Diejenigen, die zu hetzerischer Rhetorik greifen, müssen eine gewisse Verantwortung für die zunehmende Gewalt in unserer Nation übernehmen“, so Gregory in einer Pressemitteilung. Zur Demokratie gehöre, die Meinung anderer zu respektieren.

Auch evangelikale Trump-Verbündete verurteilten den Sturm. Die Gewalttaten seien ein „Angriff auf die Demokratie“, erklärte der Vorsitzende der konservativen „Koalition für Glauben und Freiheit“, Ralph Reed. Trump müsse die Gewalt verurteilen, forderte James David Greear, Präsident der größten protestantischen US-Kirche, des Südlichen Baptistenverbandes.

Erzbischof Schick: Trump befeuert das Feuer des Zwiespalts

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Weltkirche-Kommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, schrieb bei Twitter: „Trump befeuert, leider Gottes, aber nur das Feuer des Zwiespalts und Unfriedens, das unter den Amerikaner brennt.“

Der Weltkirchenrat äußerte sich tief besorgt. „Die spaltende populistische Politik der vergangenen Jahre hat Kräfte freigesetzt, die die Grundlagen der Demokratie in den Vereinigten Staaten und – in dem Maße, wie sie ein Beispiel für andere Länder darstellen – in der ganzen Welt bedrohen“, sagte der Interims-Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Ioan Sauca.

Präses Rekowski sieht Parallelen zur AfD

Der rheinische evangelische Präses Manfred Rekowski sieht Parallelen zwischen Washington und Deutschland. Er erinnerte an Gäste der AfD, die im November Abgeordnete im Reichstagsgebäude in Berlin bedrängt hatten. „Das ist eine erschreckende Parallelität, weil sich beide Ereignisse nur im Maß des Angriffs auf die demokratisch gewählten Volksvertreter unterscheiden“, sagte Rekowski dem Evangelischen Pressedienst (epd).

In Washington hatten hunderte Trump-Unterstützer das Kapitol, Sitz beider Kammern des US-Parlaments, gestürmt. Sie wollten offenbar die Sitzung zur Bestätigung des gewählten Präsidenten Joe Biden stören. Die Internet-Dienste Facebook, Twitter und Youtube sperrten vorübergehend die Seiten von Donald Trump. Dieser hatte seine Anhänger zwar aufgefordert, nach Hause zu gehen, zugleich aber unbelegte Behauptungen zu Wahlbetrug wiederholt.

Updates: 11.30 Uhr Erzbischof Schick, 13.15 Uhr Präses Rekowski

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