In vielen Bauernfamilien gibt es ein Erntedank voller Ängste

Kirchen und Verbände in Sorge um die Landwirtschaft

Zum Erntedanktag am Sonntag (02.10.2016) bekunden Bauernverbände ihre Sorge um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland. „Unterdurchschnittliche Ernten und häufig niedrige Erzeugerpreise führen zu sehr schwierigen, teils zu existenzgefährdenden Situationen“, teilten die Katholische Landvolkbewegung (KLB), der Evangelische Dienst auf dem Lande (EDL), der Deutsche LandFrauenverband (dlv) und der Deutsche Bauernverband (DBV) am Freitag (30.09.2016) in einer gemeinsamen Erklärung mit.

„Auch wenn die Schweinepreise seit einigen Wochen wieder angestiegen sind und die Milchpreise die Talsohle durchschritten haben dürften, wird der Alltag mancher Bauernfamilie zu Erntedank 2016 mehr von Ängsten statt von Zuversicht über die Zukunft ihrer Betriebe begleitet“, heißt es. Sinnvolle und notwendige Investitionen in Innovationen müssten vielfach zurückgestellt werden.

Bäuerliche Familienunternehmen müssten weiterhin die deutsche Landwirtschaft bestimmen, fordern die Verbände. Der durch den Preisdruck angeheizte Strukturwandel gefährde dieses Ziel. „Politik, Verarbeiter und Lebensmitteleinzelhandel stehen deshalb auch in der Verantwortung, durch entsprechende Rahmenbedingungen und Erzeugerpreise eine leistungs- und wettbewerbsfähige heimische Landwirtschaft zur Ernährung der Bevölkerung und Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen und Erneuerbarer Energie zu erhalten.“

Mit Blick auf die Verhandlungen über Freihandelsabkommen forderten die Verbände die Politik auf, „die hohen deutschen und europäischen Standards bei der Lebensmittelsicherheit, im Tier- und Umweltschutz einzufordern“.