Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Kirchen vor Rekordeinnahmen trotz Mitglieder-Schwunds

Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen erzielen die Kirchen laut einer Studie Rekordsteuereinnahmen. 2018 nähmen katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen 12,6 Milliarden Euro Kirchensteuern ein, heißt es in der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das seien 500 Millionen Euro mehr als 2017 und so viel wie nie zuvor. Zugleich verlören die Kirchen pro Jahr rund 500.000 Mitglieder.

Die Studie im Kurzbericht als PDF.

Den Trend erklären die Autoren mit der „der guten wirtschaftlichen Situation“. Der Kirchensteuersatz beträgt in Baden-Württemberg und Bayern acht, in den anderen Bundesländern neun Prozent der Einkommensteuer.

Warum die Kirchen mehr einnehmen

Die Kirchen nehmen mehr ein, wenn die Einkommen ihrer Mitglieder und damit ihre Steuerabgabe steigt. Die Kirchen nehmen auch mehr ein, wenn die Zahl der Beschäftigten unter Katholiken und Protestanten und die Lohnsumme steigen.

Nach IW-Einschätzung hält der Trend bis 2023 an, selbst wenn die Kirchen weiter jedes Jahr bis zu 500.000 Mitglieder verlieren. Die katholische Kirche werde in fünf Jahren wohl ihre Kirchensteuereinnahmen auf 8,2 Milliarden Euro steigern, doppelt so viel wie 2004. Die evangelische Kirche komme auf sieben Milliarden Euro, 90 Prozent mehr als 2004.

Warum die Lage sich ändern dürfte

Viele Bistümer und Landeskirchen weisen seit Jahren auf den Effekt der guten Konjunktur hin. Zugleich betonen sie, dass die demografische Entwicklung im kommenden Jahrzehnt die Lage drastisch ändern werde, besonders wenn die heute 50- bis 60-jährigen „Babyboomer“ in Ruhestand gingen.