Dokumente aus fünf Jahrhunderten nun online

Kirchenbücher aus dem Oldenburger Land im Internet

Die katholische Kirche im Oldenburger Land stellt ihre Kirchenbücher online. Deren Einträge sind künftig auf der Datenbank „Matricula“ kostenfrei zugänglich, teilte das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta mit. Die Aufzeichnungen reichten zurück bis ins 17. Jahrhundert. Das älteste Kirchenbuch sei das der Gemeinde St. Andreas in Cloppenburg (ehemals Krapendorf) mit seinem ersten Eintrag aus dem Jahr 1613.

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Der Zugang zu den Büchern über Internet erleichtere vor allem die Familienforschung, da in ihnen Daten von Taufen, Trauungen und Beerdigungen dokumentiert sind. Allerdings sind einige Einträge aus Datenschutzgründen nur eingeschränkt zugänglich. So gebe es Schutzfristen von 120 Jahren bei den Taufbüchern, von 110 Jahren bei den Erstkommunion- und Firmbüchern sowie von 100 Jahren bei den Trauungs- und Sterbebüchern.

Infos zu jedem Kirchenbuch und jeder Pfarrei

Jedem Kirchenbuch ist ein Info-Blatt vorangestellt. Es enthält auch Angaben zur Geschichte der jeweiligen Pfarrei, zu ihrer heutigen kommunalen Zugehörigkeit und weitere Unterlagen für die Ahnenforschung. Insgesamt seien 1.376 Kirchenbücher eingescannt, hieß es. 391 stammten aus der Zeit vor 1900 und 985 aus dem Zeitraum 1900 bis 2012.

„Dieses Internetportal ist eine wahre Fundgrube für jeden Genealogen“, sagte die Historikerin Verena Bölsker, die das Offizialat wissenschaftlich unterstützt. Die Nutzung der Kirchenbücher werde dadurch weltweit möglich. Archivleiter Wilhelm Baumann ist sich sicher, dass der neue Service deshalb zu einem Rückgang der Besucherzahlen führen wird. Im vergangenen Jahr hätten noch 767 Interessierte das Archiv aufgesucht. Von ihnen seien gut 60 Prozent zur Ahnenforschung nach Vechta gekommen.

Die Online-Plattform „Matricula“ wird den Angaben zufolge vom Diözesanarchiv St. Pölten in Österreich verwaltet. Es enthält Kirchenbücher aus Österreich, Deutschland und Polen.