Angebote nehmen Schwule, Lesben, Bi-, Trans-, Inter- und Asexuelle Menschen

Kirchliche Beratungsstelle Wesel öffnet sich für queere Menschen

Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Wesel öffnet ihr Angebot künftig ausdrücklich auch für schwule, lesbische, bi-, trans-, inter- und asexuelle Menschen (LSBTIQ). Darauf weist deren Leiter Wilfried Kohler hin: „Wir wollen unsere Beratungsstelle für alle Menschen öffnen, auch für jene, die lange Zeit diskriminiert wurden.“ Damit das kein Lippenbekenntnis bleibe, werde man sich verstärkt auch um die Menschen kümmern, deren sexuelle Orientierung mit dem Kürzel „LSBTIQ“ umschrieben wird. Die Hinwendung zu der Gruppe geschehe vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung. Man wolle Gesicht zeigen, wie auch Kirche Gesicht zeigen müsse.

Das betreffe etwa Fragen um das Coming-Out im Alter oder um den Kinderwusch von Menschen in Regenbogenfamilien. Man werde beispielsweise die Partner beraten, wenn sie sich mit einer künstlichen Befruchtung oder einer Adoption beschäftigen. Die Mitarbeiter wollten den Menschen helfen, dass Beziehungen glückten, dass es gerade auch den Kindern, die in diesen Verbindungen groß würden, gut gehe, sagt Kohler. Er macht darauf aufmerksam, dass nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Familie, die Arbeitsstelle, die Schule und der Freundeskreis von der gesellschaftlichen Ächtung betroffen waren und sind.

Stirnrunzeln bei manchem Katholiken

Wilfried KohlerWilfried Kohler leitet die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Wesel. | Foto: Jürgen Kappel

Köhler weiß, dass dieser neue Schwerpunkt bei manchem Katholiken Stirnrunzeln hervorruft, dass es noch immer Vorbehalte gegenüber dieser Gruppe gibt. „Die Haltung unserer Beratung zu den kirchlichen Positionen zu Ehe und Familie steht in keiner Weise in Frage“, argumentiert Kohler. Er weist darauf hin, dass sich die Kirche den homosexuellen Menschen öffnet“, sagt er. Das müsse auch seinen Niederschlag in der Beratung finden.

Darüber hinaus will sich die EFL-Beratung auch von Inklusion oder Migration betroffenen Menschen stärker öffnen will. Dafür wolle man sich mit anderen Fachkräften, beispielsweise der Caritas vernetzen, erklärt Kohler. Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund seien im Alltag oft Kränkungen bis hin zur Gewalterfahrung ausgesetzt.  Um ihnen in der Beratung gerecht zu werden, müssen nach Ansicht des Psychologen schnell neue Beratungsangebote entwickelt und die eigenen Kompetenzen erweitert werden.