Bedarf durch berufliche Anforderungen an die Eltern steigt

Kitas im Bistum Münster – über die Hälfte der Kinder bleibt über Mittag

Im Bistum Münster verbringen immer mehr Kinder den ganzen Tag in ihrer Kindertagesstätte. Das belegt eine aktuelle Jahresstatistik, die der Diözesancaritasverband veröffentlicht hat. Insgesamt besuchen 49.086 Kinder eine katholische Tageseinrichtung im Bistum Münster. Jedes zweite Kind wird dort bis zu 35 Stunden in der Woche betreut und 66 Prozent bleiben über Mittag.

„Dadurch ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich“, sagt Marita Haude, Leiterin des Referates Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Diözesancaritasverband Münster. Doch der Bedarf nach noch längeren Betreuungszeiten steigt seit Jahren an. „Wenn beide Elternteile oder Alleinerziehende berufstätig sind oder die Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz lang sind, sind Eltern auf eine 45-Stunden-Betreuung angewiesen“, sagt die Caritas-Referentin.

Längere Öffnungszeiten

Mit längeren Betreuungszeiten werden auch längere Öffnungszeiten in den 729 katholischen Kitas notwendig. „Morgens sind wir sehr gut aufgestellt“, berichtet Marita Haude. Bereits um 6 Uhr öffnet die erste Kita. Eine Stunde später hat bereits jede zweite Einrichtung geöffnet. Lediglich am späten Nachmittag seien die Öffnungszeiten noch ausbaufähig, sagt Haude.

Die Anzahl der betreuten Kinder hat wieder um etwa 700 zugenommen. Die Referatsleiterin führt diese Entwicklung auf den „Anbau von Gruppen“ an bestehende Einrichtungen zurück. Zuvor war die Zahl der betreuten Kinder stetig zurückgegangen, obwohl zunehmend Kinder unter drei Jahren einen Kitaplatz erhielten. „Die Gruppengrößen sind im U3-Bereich kleiner, der Betreuungsaufwand ist deutlich höher“, erklärt Haude. 6.355 Kinder unter drei Jahren besuchen derzeit eine katholische Kita.

Viele inklusive Angebote

Besonders positiv hebt Haude Entwicklungen in der Inklusion vor. Drei Viertel der katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Münster arbeiten inzwischen integrativ und betreuen 2.179 Kinder mit Behinderung. “Das entspricht unserem Anliegen, ein inklusives Angebot flächendeckend anzubieten“, sagt Haude.