Deutsche Bischofskonferenz feiert in Fulda Gründung vor 150 Jahren

Klima, Jugend, AfD: Bischöfe kommen zur Vollversammlung zusammen

Die Deutsche Bischofskonferenz kommt heute zu ihrer Herbstvollversammlung in Fulda zusammen. Die derzeit 67 Mitglieder wollen unter anderem über die Themen Terrorismus, Flüchtlinge, Umweltschutz und Islam diskutieren. Im Mittelpunkt des Treffens steht ein Studientag zur Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Diskutiert werden dürfte über den Beitrag, den die katholische Kirche selbst im Kampf gegen den Klimawandel leisten kann.

Innerkirchlich wird es beim Thema Jugendsynode, zu der Franziskus für das nächste Jahr eingeladen hat. Wie sehen junge Menschen die Kirche, und wie sieht die Kirche junge Menschen? So heißen vereinfacht zusammengefasst die Fragestellungen. Aus dem breit angelegten Diskussionsentwurf soll ein Papier entwickelt werden, das den deutschen Beitrag widerspiegelt. Dass dabei die deutsche Position auch auf Weltebene von größtem Interesse ist, hatte zuletzt die römische Familiensynode gezeigt.

Münsters Weihbischof Rolf Lohmann erstmals dabei

Neben Inhalten geht es auch um Personalien: Im Vergleich zur Frühjahrs-Vollversammlung haben mit Norbert Trelle und Friedhelm Hofmann zwei Ortsbischöfe die Altersgrenze von 75 erreicht und sind somit nicht mehr dabei. Erstmals kommen vier Weihbischöfe, darunter Rolf Lohmann aus dem Bistum Münster, und der neue Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zu einer Vollversammlung. Weil Trelle bislang das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Konferenz bekleidet hatte, muss der Posten neu besetzt werden. Vorhersagen, wer es werden könnte, sind schwer möglich.

Mit dem Ausscheiden von Bischof Hofmann dürfte auch die bedeutende Liturgie-Kommission einen neuen Vorsitzenden erhalten. Denkbar ist, dass der Trierer Bischof Stephan Ackermann in dieses Amt gewählt wird, zumal er bislang stellvertretender Vorsitzender war. Ackermann ist Beauftragter der Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich, eine Kommission leitet er bislang jedoch nicht.

Festvortrag von Hermann Josef Pottmeyer aus Münster

Sicher ist dagegen, dass neben den gesetzten Themen der Umgang der katholischen Kirche mit der AfD besprochen wird. Wenn auch nicht aufgrund der Tagesordnung, so doch ganz sicher bei den Gesprächen am Rande. Das bisherige Abgrenzungsargument, in Berlin nur mit den im Bundestag vertreten Parteien offiziell Gespräche zu führen, dürfte ab Sonntagabend nicht mehr helfen. Aber was dann? Die Bischöfe wissen, dass es auch unter den treuen Kirchgängern eine zahlenmäßig schwer benennbare Zahl an Katholiken gibt, die den Rechtspopulisten politisch nahe stehen.

Am Donnerstag, bereits nach dem Abschluss der Versammlung, wollen die Bischöfe mit einem Festakt daran erinnern, dass die Konferenz 1867, also vor 150 Jahren, als dauerhafte Einrichtung gegründet wurde. Mit Hermann Josef Pottmeyer aus Münster haben sich die Bischöfe einen Theologen eingeladen, der mehr als einen historischen Rückblick leisten sollte. Er war lange Zeit Professor für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Uni in Bochum. Ihm geht es unter anderem um die Frage, wie die Anstöße des Zweiten Vatikanischen Konzils heute fortgeführt werden können.