Verband will Debatte über Folgen und Lehren der Corona-Pandemie anstoßen

Klima und Sozialkonflikte – Caritas startet Jahreskampagne 2021

  • Die Caritas will mit ihrer am Donnerstag startenden Jahreskampagne 2021 „#DasMachenWirGemeinsam“ eine Debatte über Folgen und Lehren der Corona-Pandemie anstoßen.
  • Corona habe bestehende soziale Ungerechtigkeiten und Schieflagen deutlicher ins Bewusstsein gebracht, sagte Caritas-Präsident Peter Neher.
  • Zugleich wende sich die Caritas-Kampagne gegen gesellschaftliche Polarisierungen, kündigte Neher an.
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Die Caritas will mit ihrer am Donnerstag startenden Jahreskampagne 2021 „#DasMachenWirGemeinsam“ eine Debatte über Folgen und Lehren der Corona-Pandemie anstoßen. Zugleich lenkt der Sozialverband im Bundestagswahlkampf den Blick auf Sozialpolitik und Klimawandel.

Corona habe bestehende soziale Ungerechtigkeiten und Schieflagen deutlicher ins Bewusstsein gebracht, sagte Caritas-Präsident Peter Neher der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Freiburg. So seien viele Menschen, die vor Corona gerade so mit ihrem Einkommen leben konnten, durch die Pandemie in Notlagen geraten.

Neher: Nicht im Sozialbereich sparen

Die Internetseite zur Caritas-Jahreskampagne ist ab dem 14. Januar freigeschaltet.

„Und wir haben auf dramatische Weise erlebt, dass eine funktionierende soziale Infrastruktur die Voraussetzung dafür ist, dass Menschen in schwierigen Zeiten durchkommen“, so Neher. Caritas, Diakonie und andere freie, gemeinnützige Träger im Sozialbereich seien dabei „eine entscheidende und tragende Säule“ gewesen.

Besorgt zeigte sich Neher, dass die Politik nach dem Ende der Pandemie einen harten Sparkurs in Reaktion auf die hohen Staatsausgaben der vergangenen Monate einschlagen könnte. Es brauche politische Antworten auf die Frage, wie die in der Pandemie entstandenen finanziellen Lasten getragen werden können. Gerade im Sozialbereich zu streichen, wäre aber falsch, sagte Neher. „Es hätte ernste Folgen, die soziale Infrastruktur zu gefährden oder sogar zu beschädigen, die gerade bei der Bewältigung der Krise maßgeblich war. Wir werden diese Debatten führen müssen, davon bin ich überzeugt. Aber Caritas und Diakonie und andere Leistungsträger des Sozialstaats werden sich vehement dagegen stellen.“

Neher kritisiert mangelnde soziale Vielfalt

Zugleich wende sich die Caritas-Kampagne gegen gesellschaftliche Polarisierungen, kündigte Neher an. Sorge mache beispielsweise „eine vielerorts zu beobachtende Segregation von Wohn- und Lebensräumen, durch die eine mangelnde soziale Vielfalt entsteht“. Es sei eine falsche Entwicklung, „wenn gut situierte Menschen immer mehr in eigenen Wohnvierteln wohnen und ihre Kinder in Kitas und Schulen gehen, wo sie niemandem aus anderen Lebenssituationen begegnen können“.

Im Blick auf die Zielgerade seiner Ende des Jahres endenden Amtszeit als Caritas-Präsident sagte Neher, er wolle sich im Sinne der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus vor allem für eine sozial gerechte Klimapolitik einsetzen. „Ökologie und soziale Gerechtigkeit gehören zwingend zusammen, damit in Deutschland der notwendige gesellschaftliche Konsens beim Klimaschutz erreicht wird.“ In der politischen Debatte, vor allem im Bundestagswahlkampf, werde er deutlich machen, dass es in Deutschland „keinen Platz für Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung geben darf“.

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