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Chefredakteurin Annette Saal zur Nächstenliebe für Nachfolgende

Klima-Verantwortung: Wir alle müssen unser Verhalten ändern - JETZT!

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Es ist noch lange nicht vorbei. Tag für Tag erreichen uns Bilder von verzweifelten Menschen, verwüs­teten Landschaften, zerstörten Häusern. Das Entsetzen ist allgegenwärtig, scheint uns sogar zeitweise von Corona abzulenken. Doch nach der schnellen Hilfe für die Flutopfer muss ein umfassendes Umdenken in unserem Alltag einsetzen, sagt Annette Saal.

Nein, vorbei ist es noch lange nicht. Da wird es ein beeindruckendes Zeichen der Verbundenheit sein, wenn am heutigen Freitag, 23. Juli, um 18 Uhr bundesweit die Glocken läuten. Wir brauchen den Beistand Gottes, Solidarität ist im wahrsten Sinn des Wortes not-wendig.

Selbstverständlich muss jetzt die schnelle und unbürokratische Hilfe für die geschädigten Menschen in den Hochwassergebieten im Vordergrund stehen. Fatal wäre es jedoch zu glauben, mit Reparatur-Maßnahmen und erhöhten Deichen sei es getan.

Wir alle müssen unser Verhalten ändern

Wir können nicht weitermachen wie bisher, sondern müssen langfristig denken – über unsere eigene Lebenszeit hinaus. Das ist die eindringliche Botschaft in diesen Tagen. Nicht nur die Politik ist gefordert, mehr zu tun. Wir alle müssen unser Verhalten ändern. Nicht irgendwann. Heute. Vom Auto auf Rad und Bus umsteigen. Den Garten insektenfreundlich bepflanzen. Gemüse aus der Region kaufen. Jeder weiß, wie es geht. Und wer es umsetzt, merkt, dass man so gut leben kann.

Leider zeigt sich immer wieder, dass vorausschauendes Handeln nicht gerade zu den menschlichen Stärken gehört. Denn schon seit Jahrzehnten wissen wir von der Klima-Erwärmung und ihren weitreichenden Folgen. Papiere dazu gibt es haufenweise, passiert ist dagegen viel zu wenig.

Folgen des Handelns mit Verzögerung spürbar

Das Schwierige dabei: Die Folgen verantwortungsvollen klimaschonenden Handelns werden erst mit starker Verzögerung spürbar. Wer jetzt den CO₂-Ausstoß und den Raubbau an der Schöpfung bremst, wird es im Wesentlichen für nachfolgende Generationen tun. Für Menschen, die es noch gar nicht gibt.

Diese Dimension der Solidarität – man mag es auch Nächstenliebe oder Christ­enpflicht nennen – ist recht abstrakt, doch unumgänglich. Eine Gänsehaut beim Klang der großen Glocken hilft wenig, wenn es am nächsten Tag wieder mit dem schweren Auto zum Bäcker um die Ecke geht.

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