KATHEDRALE

Eintrittspreis für Kölner Dom sorgt für Wirbel – warum das Chaos ausbleibt

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Zwölf Euro für Touristen: Die Kritik am Vorgehen des Kölner Domkapitels ist laut. Doch der Start verlief überraschend ruhig, sagt Robert Boecker.

Einmal mehr sorgt das Erzbistum Köln für Schlagzeilen. Diesmal ist es nicht der Kölner Erzbischof, den die Medien in den Fokus rücken. Jetzt geht es um den Kölner Dom. Genauer, um die Entscheidung des Metropolitankapitels, seit dem 1. Juli eine „touristische Besichtigungsgebühr“ – so die euphemistische Umschreibung des Wortes „Eintrittspreis“ – von zwölf Euro zu erheben. Selbst aus der italienischsprachigen Schweiz ist an diesem Tag ein Fernsehteam angereist, um live dabei zu sein, wenn an der Kathedrale „das Chaos“ ausbricht.

Sicherlich kann man darüber streiten, ob zwölf Euro nicht ein wenig happig sind. Doch die Touristen aus Japan, Dänemark, den USA oder von sonst woher schütteln konsterniert den Kopf, als sie von den zahlreich vertretenen Journalistinnen und Journalisten auf die Notwendigkeit des Ticketkaufs für den Besuch einer Kirche angesprochen werden. Für sie ist es normal, den Erhalt bedeutender Bauwerke durch den Kauf einer Eintrittskarte zu unterstützen.

Chaos am Kölner Dom bleibt aus

Der Autor:
Robert Boecker ist Chefredakteur der Kölner Kirchenzeitung.

Das vielleicht von manchen Medienvertretern erhoffte Chaos gibt es an diesem Morgen weder vor dem Ticketschalter noch am Westeingang der Kathedrale. Hier steht Dompropst Guido Assmann und beantwortet geduldig jede Frage einer Reporterin oder eines Reporters. Im Innern der Kathedrale fällt wohltuend das Fehlen des üblichen Klangteppichs auf, den die bis zu 30.000 täglichen Touristen in dem Gotteshaus bislang erzeugt haben.

Das Domkapitel hat es sich mit seiner Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch das große Defizit in der Kasse und auch die Verantwortung gegenüber den rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Dom haben in den Augen der Kapitulare keine andere Wahl gelassen. Natürlich sind die Zugänge zu den Gottesdiensten frei. Auch zum persönlichen Gebet kann man den Dom in einem abgetrennten Bereich betreten. Freien Eintritt haben auch die Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins, die durch ihre Beiträge bereits zum Bauunterhalt der Kathedrale beitragen. Fast 3.000 neue Mitglieder verzeichnet der 1842 gegründete überkonfessionelle Verein seit Anfang des Jahres.

Front gegen Eintrittspreis bekommt erste Risse

Inwieweit der Kölner Dom mit seiner „touristischen Eintrittsgebühr“ als Vorreiter für eine katholische Kirche in Deutschland alleine bleibt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Die anfängliche Einheitsfront der für die großen Dome und bedeutenden Kirchen Verantwortlichen gegen die Erhebung eines Eintrittspreises, scheint bereits erste Risse zu bekommen. So wurde der Aachener Dompropst, der noch vor Wochen kategorisch die Erhebung einer Besuchsgebühr für „seinen“ Dom ausgeschlossen hat, jetzt im WDR mit den Worten zitiert, man werde die Entwicklung in Köln genau beobachten.

Immerhin hat es ein kirchliches Thema aus der Rheinmetropole mal wieder bundesweit auf die Titelseiten der großen und kleinen Blätter sowie in die Hauptnachrichtensendungen der bedeutenden Fernseh- und Rundfunkanstalten geschafft.

In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbstgewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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