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Nach Rehabilitation durch den Papst: Auszeit in Kenia und Spende für Betroffene

Kölner Weihbischöfe Puff und Schwaderlapp: Weiter-so kann es nicht geben

  • Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp hat Papst Franziskus für die Ablehnung seines Rücktrittsgesuchs gedankt und eine Zeit der Erneuerung angekündigt - unter anderem in Kenia.
  • Sein Bischofskollege Ansgar Puff will einen Teil seines Gehalts für von Missbrauch Betroffene spenden.
  • Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nimmt eine von Papst Franziskus genehmigte mehrmonatige Auszeit, die Bistumsleitung übernimmt derweil Weihbischof Rolf Steinhäuser.
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Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp hat Papst Franziskus für die Ablehnung seines Rücktrittsgesuchs gedankt und eine Zeit der Erneuerung angekündigt. "Ich bin dem Heiligen Vater für sein Vertrauen und sein Urteil sehr dankbar", teilte Schwaderlapp in am Freitag in Köln mit. "Dankbar bin ich auch, dass für das Erzbistum Köln nun eine Zeit der Ungewissheit endet und Raum geschaffen wird für einen Weg zu einer vertieften Einheit und Versöhnung."

Zuvor war bekannt geworden, dass Papst Franziskus dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki eine mehrmonatige Auszeit gewährt hat. Die Missbrauchsaufarbeitung in Deutschlands mitgliederstärkster Diözese hatte zu einer Vertrauenskrise geführt. Schwaderlapp bot dem Papst im März seinen Amtsverzicht an. Woelki hingegen lehnte einen Rücktritt mehrfach ab.

Schwaderlapp: Für ein Jahr nach Kenia

Die vergangenen Monate seien für ihn "eine Zeit der (medialen) Stille, der Reflexion und des Gebets" gewesen, erklärte Schwaderlapp. Ihm sei klar geworden, dass es ein Weiter-wie-bisher nicht geben könne. Daher wolle er ab Mitte Oktober für ein knappes Jahr in Kenia tätig sein. Dort werde er als einfacher Priester wirken, auch wenn er weiterhin Bischof bleibe. "Ich trete diesen Dienst als Lernender an. Ich erhoffe mir von dieser Zeit innere Reifung und Erneuerung, Erweiterung des Horizontes und eine Vertiefung meiner priesterlichen und bischöflichen Berufung."

Am 18. März hatte Schwaderlapp seinen Rücktritt angeboten, nachdem ihm Gutachter um den Strafrechtler Björn Gercke Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen vorwarfen. Der Geistliche war von 2004 bis 2012 Generalvikar im Erzbistum Köln. In dieser Zeit soll er unter anderem Verdachtsfällen von sexueller Gewalt durch Priester nicht hinreichend nachgegangen sein. Die Gutachter werfen ihm acht Pflichtverletzungen vor.

Puffs Gehaltsverzicht: Spende an Betroffene

Weihbischof Ansgar PuffWeihbischof Ansgar Puff. | Foto: Harald Oppitz

Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff kündigte an, einen Teil seines Gehalts an einen Fonds für Missbrauchsbetroffene spenden. "Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe und mache und bitte dafür um Vergebung", teilte er am Freitag in einer Erklärung mit. "Bei manchen Menschen habe ich durch meine Pflichtverletzung Vertrauen zerstört; ich möchte in Zukunft so arbeiten und leben, dass Menschen mir wieder Vertrauen schenken können."

Puff bot beispielsweise Gruppen, Pfarreien, Firmlingen und ihren Eltern persönliche Gespräche an. Ein Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit werde die Sorge für Abgehängte und Arme sein. Puff engagiert sich seit Jahren in der Obdachlosenseelsorge.

Puffs Verstöße

Der Geistliche hatte seit Mitte März seine bischöflichen Ämter ruhen lassen. Einem Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln zufolge soll er als Personalchef zwischen 2012 und 2013 einmal gegen seine Aufklärungspflicht verstoßen haben. Über einen Missbrauchsfall hatte ihm der Bruder des Betroffenen berichtet. Das mutmaßliche Opfer verweigerte aber das Gespräch darüber.

Dennoch hätte Puff in der Folge nicht auf eine Unterredung mit dem beschuldigten Priester verzichten dürfen, so die Gutachter. Puff ließ seit dem 19. März seine bischöflichen Ämter ruhen. Am Freitag forderte ihn Papst Franziskus auf, diese Aufgaben wieder wahrzunehmen.

 

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