Pläne der Landesregierung mit dem Reformationstag „betonen zu sehr das Trennende“

Kolping für Buß- und Bettag als Feiertag in Niedersachsen

In Nordrhein-Westfalen wird Fronleichnam mit festlichen Prozessionen wie beispielsweise am Donnerstag in Münster gefeiert.  Vielleicht hat Niedersachsen stattdessen bald einen anderen Feiertag: Das Kolpingwerk im Land Niedersachsen hat sich für den Buß- und Bettag als neuen gesetzlichen Feiertag ausgesprochen.

In einer Erklärung der drei niedersächsischen Bistumsverbände heißt es, dieser Tag greife „die evangelisch geprägte Tradition des Nordens“ auf. Er könne zugleich einen ökumenischen und interreligiösen Impuls geben, schreiben die Vorsitzenden der drei Verbände, darunter Gaby Kuipers aus Westerstede für das Kolpingwerk Land Oldenburg.

Gaby Kuipers aus Westerstede für das Kolpingwerk Land Oldenburg.
Gaby Kuipers aus Westerstede ist Vorsitzende des Kolpingwerks Land Oldenburg; sie setzt sich für den Buß- und Bettag als neuen gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen ein. | Foto: Franz Josef Scheeben

Katholischer Verband für evangelischen Feiertag

Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr begangen wird; er kann somit nicht auf ein Wochenende fallen.

In der Erklärung des Kolpingwerks heißt es, er sei von seinem Gehalt her ein Tag, an dem sich alle christlichen Bekenntnisse, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften beteiligen könnten. Er sei sehr geeignet zum Dialog mit anderen Religionen und könne so zu einem „Brückenschlag“ werden. Der Reformationstag erinnere Katholiken dagegen an die „schmerzliche Trennung beider Kirchen“.

Der Buß- und Bettag war in Niedersachsen bis 1994 gesetzlicher Feiertag; er wurde abgeschafft, um die Pflegeversicherung zu finanzieren.

Hintergrund ist der Plan der Landesregierung in Hannover, den Reformationstag am 31. Oktober als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag einzuführen. Darüber wird zurzeit im Landtag verhandelt.