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Sozialverband mahnt: Nicht nur die sozial Schwächsten sind betroffen

Kolping Oldenburg: Auch auf dem Land Wohnungsnot bekämpfen

  • Auch auf dem Land in Niedersachsen mangelt es an bezahlbaren Mietwohnungen.
  • Das Kolpingwerk Land Oldenburg fordert die Politik deshalb zum Einsatz gegen Fehlentwicklungen auf.
  • Bauvorschriften sollten nicht verschärft werden.

Mit einer deutlichen Stellungnahme hat sich das Kolpingwerk Land Oldenburg in die Diskussion um die Wohnungsnot in Niedersachsen eingeschaltet. In einer neuen Stellungnahme fordert der Kolping-Landesvorstand die Landesregierung in Hannover und die Kommunen auf, alles zu tun, damit Familien mit „geringem und mittlerem Einkommen“ künftig „ausreichender und bezahlbarer Wohnraum“ zur Verfügung stehe.

Auch im ländlich geprägten Niedersachsen mangele es inzwischen an solchem Wohnraum, fügte Thorsten Siefert aus Vechta im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ hinzu. Siefert ist gesellschaftspolitischer Sprecher des Kolpingwerks Land Oldenburg. So sei die Zahl der Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen in Niedersachsen in den letzten Jahren um 15 Prozent gesunken.

Sozialer Sprengstoff

Siefert warnte davor, diese Tatsachen auf die leichte Schulter zu nehmen. Vielmehr seien sie eine „gravierende Fehlentwicklung“ und ein „nicht zu unterschätzender sozialer Sprengstoff“. Deshalb dürfe der ländliche Raum beim Bau von bezahlbarem Wohnungsraum nicht vernachlässigt werden.

Kolping wende sich dabei gegen eine „Fehleinschätzung“ zum sozialen Wohnungsbau, betonte Siefert. In der öffentlichen Wahrnehmung werde der oft mit Billigwohnungen für ärmste Mieter verbunden. Sozialer Wohnungsbau bedeute dagegen vielmehr, eine „dem Haushaltseinkommen angepasste Miete“ zu ermöglichen. Als Richtgröße – so Siefert – gelte hier ein Anteil der Miete von nicht mehr als 30 Prozent.

Hilfe für niedrige Einkommen

Kolping gegen Wohnungsnot: Thorsten Siefert aus Vechta ist gesellschaftspolitischer Sprecher des Kolpingwerks Land Oldenburg. | Foto: Franz Josef Scheeben
Kolping gegen Wohnungsnot: Thorsten Siefert aus Vechta ist gesellschaftspolitischer Sprecher des Kolpingwerks Land Oldenburg. | Foto: Franz Josef Scheeben

Davon würden vor allem Alleinerziehende, Geringverdiener, Auszubildende oder Berufsanfänger profitieren, sagte Siefert. Damit entspreche ein solches Angebot eindeutig dem Allgemeinwohl. Dessen Förderung fühle sich das Kolpingwerk als katholischer Sozialverband verpflichtet, sagte er.

Konkret fordere das Kolpingwerk auch, Bauvorschriften nicht weiter zu verschärfen. Niemand wolle erreichte Energiestandards aushebeln, sagte Siefert. Aber höhere Standards bedeuteten immer auch höhere Kosten für Investoren und gefährdeten so den Bau von bezahlbarem Wohnraum. In neuen Siedlungsgebieten sollten auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden, forderte Siefert. Zudem dürften aktuelle Bau-Fördergelder nicht angetastet, sondern müssten eher ausgeweitet werden.

Wohnen als Grundrecht

Wichtig sei zudem ein Umdenken in der Bevölkerung, sagte Siefert. Bezahlbarer Wohnraum müsse als ein selbstverständliches Recht für alle verstanden werden.

Das Kolpingwerk Land Oldenburg ist der größte katholische Sozialverband im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. Dort arbeiten rund 7.000 Menschen in 56 Kolpingsfamilien mit.

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