Annette Saal, stellvertretende Chefredakteurin, zum Abschied des Generalvikars

Kommentar: Kösters mutiger Schritt verdient Respekt

Überraschende Personalie im Bistum Münster: Norbert Köster gibt auf eigenen Wunsch die Aufgaben und die Macht des Generalvikars ab. Annette Saal, stellvertretende Chefredakteurin von Kirche+Leben, ordnet die Entscheidung ein.

Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet: Norbert Köster ist nach zwei Jahren ab Oktober nicht mehr Generalvikar des Bistums Münster. Nach dem ersten Moment der großen Überraschung kann die Reaktion nur sein: Wertschätzung! Hochachtung für Kösters unermüdlichen Einsatz, die vielen – auch unangenehmen – Weichenstellungen im Bistum Münster umzusetzen.

Professionelle Arbeit, aber immer auch Zugewandtheit und Zuhören – das zeichnet Norbert Köster aus. Auch bei unliebsamen Entscheidungen, die er als Generalvikar treffen muss, sucht er das Gespräch, bemüht sich, zu erklären und zu vermitteln. Seine sympathische Art, auf andere zuzugehen, sein Bemühen, der Sache und den Menschen gerecht zu werden, kennzeichnen seine vergleichsweise kurze Amtszeit.

Respekt vor der Entscheidung des Bischofs

Die zwei Jahre haben ihn viel Kraft gekostet. Und ihn letztlich zu dem Entschluss geführt, dass sein Weg ein anderer ist. Respekt für Kösters Entscheidung, bei einem Amt von solch großem Einfluss ehrlich bei sich selbst zu forschen, ob alles letztlich zueinander passt. Es ist ein Schritt, der Mut zeigt. Respekt auch vor der Entscheidung des Bischofs, künftig auf Köster als Generalvikar zu verzichten. Genn hat offenbar nicht versucht, ihn um jeden Preis umzustimmen, sondern ihm zugehört, seine Bedenken akzeptiert – und als sensibler Seelsorger gehandelt. Auch wenn es ihm bei der vertrauensvollen Zusammenarbeit sehr schwer fallen wird, auf Köster zu verzichten.

Bischof Genn und Generalvikar Köster wissen gemeinsam, dass Klaus Winterkamp die Aufgabe des Generalvikars gut übernehmen wird. Das hat er unter anderem als Beauftragter des Bistums für den Katholikentag in Münster bewiesen. Und es ist für Genn und Köster eine zuversichtlich stimmende Zukunfts-Perspektive.

Kein leichtes Erbe

Dennoch: Klaus Winterkamp als Nachfolger Kösters tritt kein leichtes Amt an; das wissen alle Beteiligten nur zu gut. Jeder hat seine eigene Art, Entscheidungen zu treffen, zu beraten, zu erklären und zu vermitteln. Das ist auch gut so, denn es ist authentisch. Norbert Köster bleibt zu wünschen, dass er an die „innere Spur seines Lebens“, wie er selbst es genannt hat, wieder gut anknüpfen kann.