Woelki und Schick verteidigen ihr Schreiben

Kommunion für Protestanten: Streit um Brief an Vatikan hält an

Der Streit über einen Brief von sieben deutschen Bischöfen an den Vatikan zu Fragen rund um den Kommunionempfang für evangelische Christen hält an. Am Montag wies der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die zum Teil massive Kritik an dem Schreiben zurück. Am Wochenende hatte auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki den Brief verteidigt.

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr dagegen kritisierte den Brief von Woelki, Schick und fünf weiteren Bischöfen. Diese wollen in Rom klären lassen, ob ein von der Bischofskonferenz mit Drei-Viertel-Mehrheit verabschiedeter Beschluss rechtmäßig ist, konfessionsverschiedene Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen.

Auch der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst verteidigte den Beschluss, der „Basis unseres pastoralen Handelns“ sei. Es sei wichtig, dass für die Seelsorger vor Ort und die Eheleute Klarheit geschaffen werde.

„Kein Brandbrief“

„Das war kein unsolidarischer Brief. Es war kein Brandbrief und kein Verweigerungsbrief, dem es darum geht zu verhindern, dass evangelische Christen in konfessionsverschiedenen Ehen zur Kommunion gehen dürfen“, sagte Schick dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Vielmehr sei er mit einigen Bischöfen der Ansicht, „dass Antworten aus Rom auf einige Fragen grundsätzlicher Art für uns alle wichtig wären“. Es gehe etwa um die Frage, wie weit die Kompetenzen einer Bischofskonferenz reichten und wer das Kirchenrecht verbindlich interpretieren könne.

Für sich persönlich sagte Schick, er habe die Klärung der offenen Fragen an der Bischofskonferenz und dem Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, nicht vorbei gesucht. „Mir ging es nie darum, gegen etwas oder gegen jemanden zu sein.“ Nach seinem Kenntnisstand sollte der Vorsitzende zeitgleich informiert werden.

Woelki wünscht sich mehr Gelassenheit

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte im Kölner domradio zu mehr Gelassenheit aufgerufen: „Ich kann einfach nur sagen, das Ganze sollte man mal ein bisschen herunterhängen.“ In der Bischofskonferenz sei über „eine wichtige Frage“ gesprochen worden. Dabei sei man unterschiedlicher Meinung gewesen, „ob wir Lösungen finden können, die pastoral wichtig sind und die wir als deutsche Teilkirche treffen können oder ob es nicht wichtig ist und richtig wäre, eine solche Lösung mit dem Blick auf die Gesamtheit der Universalkirche anzugehen“.

Das Schreiben bringe keine neuen Argumente, die nicht bei der jüngsten Vollversammlung zur Sprache gekommen seien, sagte Neymeyr. Er sehe keine Gründe, warum die „pastorale Handreichung“ zu der Frage nicht veröffentlicht und umgesetzt werden solle, sobald die Endfassung fertig sei. Neymeyr betonte, es sei das Recht jedes Bischofs, sich an Rom zu wenden. Dass es nun nach ausführlicher Diskussion und einem eindeutigen Beschluss geschehe, „kann aber befremden, zumal der diesen Bischöfen strittige Sachverhalt in ihrem Brief nicht in allem adäquat dargestellt wurde“.

Marx weist Kritik zurück

Auch Kardinal Marx hatte die Kritik zurückgewiesen und sich verwundert gezeigt darüber, dass die Kritiker „trotz der ausführlichen und auch kontroversen Aussprache in der Vollversammlung und des mit weit überwiegender Mehrheit der Mitglieder der Bischofskonferenz gefassten Beschlusses“ weiterhin so große Zweifel hätten.