Kommunionempfang für evangelische Ehepartner

Kommunion-Streit: Papst schlägt Gespräch in Rom vor

In der Diskussion um eine Handreichung der deutschen Bischöfe zum Kommunionempfang für evangelische Ehepartner schlägt Papst Franziskus ein Gespräch in Rom vor. Diesen Wunsch begrüße der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Donnerstag.

Im Vatikan war zu hören, neben Marx solle vermutlich auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an dem Gespräch teilnehmen. Woelki und sechs weitere Bischöfe hatten sich an den Vatikan gewandt, um klären zu lassen, ob der Beschluss der Bischofskonferenz zur Handreichung rechtmäßig ist.

Noch keine endgültige Fassung

Die Bischöfe hatten im Februar beschlossen, konfessionsverschiedenen Ehepartnern im Einzelfall die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie zu ermöglichen. Unabdingbar sei, dass die Seelsorger in Gespräch sicherstellten, dass beide Ehepartner die katholische Eucharistielehre teilten, betonte Marx seinerzeit.

Wie Konferenz-Sprecher Kopp erläuterte, konnten die Mitglieder der Bischofskonferenz bis Ostern Änderungsvorschläge zur Handreichung einbringen. Die Hinweise seien eingearbeitet worden. Die endgültige Fassung solle von Marx, vom Vorsitzenden der Glaubenskommission, Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), und vom Vorsitzenden der Ökumenekommission, Bischof Gerhard Feige (Magdeburg), „festgestellt werden“. Über den Sachstand werde Marx den Ständigen Rat der Diözesanbischöfe in seiner turnusmäßigen Sitzung am Montag in Würzburg informieren.

Meldungen, Rom lehne das Dokument ab, „sind falsch“

Kopp fügte hinzu, mehr als drei Viertel der Mitglieder der Bischofskonferenz hätten der Handreichung zugestimmt. Unlängst kursierten Meldungen, das Dokument sei durch den Papst oder vatikanische Behörden abgelehnt worden. Diese Meldungen „sind falsch“, betonte der Sprecher.

Weltweit gibt es derzeit rund 20 Handreichungen von Bischöfen oder Bischofskonferenzen zum Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner. Diese wurden in den vergangenen 20 Jahren alle von Rom anerkannt.