Forum Deutscher Katholiken: Dokument sichert Priester seine eigentliche Aufgabe

Konservative Katholiken begrüßen Vatikan-Instruktion zu Pfarreileitung

Das Forum Deutscher Katholiken begrüßt die neue Vatikan-Instruktion zur Zukunft katholischer Pfarrgemeinden. Das Schreiben sichere dem Pfarrer als geweihtem Priester seine eigentliche Aufgabe der Bevollmächtigung zum Hirtenamt oder gebe sie ihm zurück, teilte Forumssprecher Hubert Gindert mit. Die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland liege in der Mission. Auf diese lege das Schreiben seinen Akzent. Durch die Suche nach neuen Wegen der Verkündigung des Evangeliums sei ein Klima zu schaffen, das Priesterberufungen fördere und Weltchristen ihre Aufgaben in der Gesellschaft wahrnehmen lasse.

Das Forum Deutscher Katholiken versteht sich als lockerer Zusammenschluss „papst- und kirchentreuer“ Katholiken. Gegründet wurde das Forum im Jahr 2000 in Fulda; seinen Sitz hat es in Kaufering.

Gindert: Einige Bischöfe wollen andere Kirche

Gindert ergänzte: Wenn Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), einige Bischöfe und Theologen diese „notwendige Instruktion“ etwa als realitätsfern abqualifizierten, „zeigen sie nur, wes Geistes Kind sie sind. Das römische Schreiben legt sich ihrem Bestreben, eine andere Kirche zu schaffen, in den Weg.“ Die Schaffung von Großpfarreien mit Leitungsteams, „die dem Pfarrer vorschreiben, was seine priesterlichen Aufgaben sind, ist keine Lösung, sondern ein Armutszeugnis“, kritisierte Gindert.

Nach der am Montag in Rom veröffentlichten Instruktion des Vatikan bleiben Laien von der Gemeindeleitung ausgeschlossen. Dagegen hebt der Text die Rolle des Pfarrers hervor. Bestrebungen, die Leitung von Pfarreien beispielsweise Teams aus Priestern und kirchlich Engagierten sowie anderen Mitarbeitern anzuvertrauen, widerspricht das Schreiben direkt.

„Maria 1.0“: Katholisches Profil schärfen!

Auch die Katholikinnen-Initiative „Maria 1.0“ begrüßt die Instruktion. Man sei Papst Franziskus „sehr dankbar für diese deutliche Richtungsweisung“, erklärte die Gruppe. „Wenn der Inhalt hier in Deutschland der Realität nicht mehr entspricht, sollte man jetzt mit allen Mitteln versuchen, diesen hier umzusetzen, damit er Realität werde. Wir sind überzeugt, dass dies genau der Schlüssel für die Lösung unserer Probleme der katholischen Kirche in Deutschland ist.“

Aus Sicht der Initiative muss der Reformdialog Synodaler Weg den Fokus auf die Umsetzung der Instruktionen aus Rom setzen und Wege finden, um sie zu verwirklichen. „Wir sind überzeugt, dass eine Schärfung des katholischen Profils und eine klare Verkündigung der katholischen Lehre der Weg zu neuem Wachstum sind“, hieß es. Maria 1.0 betonte, die Anhängerinnen der Initiative würden sich freuen, wenn „der Weg der Bekehrung und Neuevangelisierung“ bei den Bischöfen in Deutschland beginnen würde, indem sie ihre Äußerungen zu dem Papier „überdenken“ würden.

Maria 1.0 war im Mai vergangenen Jahres von der Schongauer Lehrerin Johanna Stöhr als Reaktion auf die Bewegung Maria 2.0 gegründet worden. Diese hatte sich zu einer bundesweiten Protestwelle gegen eine männerdominierte katholische Kirche und für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern entwickelt.