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Kardinäle aus dem Vatikan und allen Erdteilen tagen in Rom. Wie der Papst ihre Aufgabe sieht und was er Kritikern sagt.
Leo XIV. hat zu Beginn des Konsistoriums in Rom die Kardinäle der katholischen Weltkirche auf konstruktive Beratungen eingeschworen. In der Eröffnungsrede der Kardinalsversammlung sagte er am Freitag in der vatikanischen Audienzhalle, die gemeinsame Beratung schmälere nicht die Autorität des kirchlichen Amtes, sondern vertiefe sie.
Den Kardinälen aus dem Vatikan und allen Erdteilen sagte der Papst, er könne sein Amt nicht allein ausüben, sondern sei auf ihre Hilfe angewiesen. Das gelte auch außerhalb der Kardinalsversammlungen.
Papst: Es geht nicht um innere Probleme der Kirche
Leo XIV. betonte, es sei nicht Sinn des Konsistoriums, über innere Probleme der Kirche zu debattieren. Es gehe vielmehr um die Menschheit und um die Welt, in der die Kirche ihren Dienst tue.
"Mission ist nicht eine Aufgabe unter vielen, sie ist der Daseinszweck der Kirche", so der Papst. Weiter mahnte er die Kardinäle, sie seien nicht Vertreter von Partikularinteressen, sondern "Zeugen des Reiches Gottes".
Leo XIV.: Helft mir, zu hören und zu erkennen
Eindringlich rief Leo die Kardinäle auf: "Helft mir, zu hören, was in den Kirchen aufbricht, und die Zeichen der Hoffnung zu erkennen, die oft im Stillen wachsen. Ich brauche Eure Freiheit, Eure Offenheit und Eure Loyalität."
Indirekt ging Leo XIV. auf Kritik ein, die einzelne Kardinäle an der "synodalen Methode" geäußert hatten. Diese wird seit einiger Zeit auch beim Konsistorium praktiziert. Sichtbares Zeichen sind die runden Tische, an denen die Kardinäle in 20 Arbeitsgruppen beraten. Aus ihnen wird dann später im Plenum berichtet.
Synodale Beratungsmethode
Der Papst rief die Kardinäle auf, sich vertrauensvoll auf die Methode des gemeinsamen Zuhörens und Beratens einzulassen. Er wisse, dass dies nicht die bisher übliche Methode einer Kardinalsversammlung sei: “Und doch ist auch dies Teil des Weges, auf dem der Herr uns führt." Daneben gebe es Raum für Einzelreden und die Möglichkeit, schriftliche Eingaben an ihn zu formulieren.
Im Vorfeld hatten einige Medien berichtet, manche Kardinäle hätten mehr Raum für Einzelreden im Plenum gefordert. Das synodale Beratungsverfahren an runden Tischen sorgt dafür, dass die Beratungen relativ harmonisch und ohne rhetorische Zuspitzungen ablaufen.
Ergebnisse nicht vor Samstag
Möglichkeiten zur freien Rede vor dem Plenum sind bei diesem wie bereits beim letzten Konsistorium selten. Zudem ist nur eine begrenzte Zahl von Beiträgen mit einer Länge von maximal drei Minuten erlaubt. Informationen über Verlauf und Ergebnisse der Beratungen werden am Samstagabend erwartet.