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Das Konzil von Nizäa 325 legte Grundlagen des christlichen Glaubensbekenntnisses fest. Eine Tagung in Münster ergründet dessen Bedeutung.
Mit der Bedeutung des ersten christlichen Konzils vor 1.700 Jahren in Nizäa für den interreligiösen und interkulturellen Dialog befassen sich Wissenschaftler an der Universität Münster bei einer dreitägigen Konferenz. Mit der Aussage, Jesus Christus sei Gottes Sohn und daher dem Vater wesensgleich, markierte das Konzil eine wichtige Wegstation bei der Trennung von Judentum und Christentum, erläuterte der Theologe und Jesuit Philipp Renczes von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.
Auch wenn diese Trennung kein explizites Anliegen von Nizäa war, hätten spätere extreme Interpretationen kirchlichen Antijudaismus befeuert. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gebe es jedoch eine Neubestimmung des katholisch-jüdischen Verhältnisses.
Das Konzil von Nizäa
Beim ersten christlichen Konzil, zu dem der römische Kaiser Konstantin 325 in seine Residenz Nizäa, heute Iznik in der Türkei, einlud, wurde unter anderem festgelegt, dass Jesus wesensgleich mit dem Vater, also selbst auch Gott sei. Außerdem einigten sich Bischöfe und Theologen auf ein Verfahren, den jährlichen Ostertermin zu berechnen. Dabei setzte man sich vom jüdischen Pessachfest ab, behielt die Art der Berechnung aber bei.
Die Konferenz in Münster ist der zweite Teil einer Kooperation mit der Gregoriana, wo im Februar der erste Teil stattfand. Mitorganisator ist der münstersche Dogmatik-Professor Michael Seewald.
Aus Anlass der 1.700-Jahr-Feiern des Konzils von Nizäa in Iznik reist Papst Leo XIV. von 27. bis 30. November in die Türkei.